Kirche und Israel - Neukirchener Theologische Zeitschrift

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Bücherschau: Barbara Schmitz

 

Primor, Avi/ von Korff, Christiane,

An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld. Deutsch-jüdische Missverständnisse, München (Piper) 2010 (307 S., 19,95 €).

Das Buch beginnt mit einer Anekdote, die zugleich den Titel erklärt: „Ein älterer Jude aus Berlin findet sich plötzlich von Nazis umringt, die ihn zu Boden schlagen und höhnisch fragen: ‚Na, Jude, wer ist denn schuld am Krieg?’ Der kleine Jude ist nicht auf den Kopf gefallen und antwortet: ‚Die Juden und die Radfahrer.’ ‚Warum die Radfahrer?’ fragen die Nazis. ‚Warum die Juden?’ kontert der alte Mann.“ In zwölf Kapiteln behandeln Avi Primor und Christiane von Korff stereotype Vorurteile über „die Juden“, die in unseren Breiten selten offen ausgesprochen werden, aber latent unter einer dünnen Oberfläche von political correctness vorhanden sind: Alle Juden seien reich, es gäbe eine jüdische Weltverschwörung, die Juden hätten Jesus ermordet, Auschwitz sei ein profitables Unternehmen der Juden etc. So alt und so häufig widerlegt diese Vorurteile auch sind, sie spuken immer noch in vielen Köpfen und erhalten in bestimmten Kontexten eine erschreckende Aktualität. Primor und von Korff erläutern den Entstehungskontext derartiger Vorurteile, ordnen diese in historische und aktuelle Zusammenhänge ein und legen Widerspruch ein. Das alles ist nicht wirklich neu, aber gut recherchiert, macht Freude zu lesen. Facettenreich wird das Buch auch dadurch, dass ebenso falsche Rücksichtnahmen und „positive Vorurteile“ (z.B. die Juden als moralisches Gewissen) aufgegriffen und derartige Überhöhungen auch als eine Form der Ausgrenzung verstanden werden: „Auch banale Wahrheiten muss man aussprechen: Einen bestimmten Juden persönlich unsympathisch zu finden ist erlaubt; Kritik an Israel ist nicht antisemitisch. Verallgemeinerungen aber sind fehl am Platz“ (11). Gerahmt wird jedes Kapitel durch eine Interviewsequenz von Avi Primor, in denen er von seinen persönlichen Erfahrungen vor allem in Deutschland erzählt, aber Stellung zu aktuellen politischen Themen bezieht. Ein lesenswertes Buch, das informativ und – trotz der bleibenden Ernsthaftigkeit des Themas – vergnüglich zu lesen ist.


Heither, Theresia/ Reemts, Christiana, Biblische Gestalten bei den Kirchenvätern: Abraham, Münster (Aschendorff) 2005, 2 2009 (400 S., 44,-- €).

Heither, Theresia/ Reemts, Christiana, Biblische Gestalten bei den Kirchenvätern: Adam, Münster (Aschendorff) 2007 (336 S., 36,-- €).

Reemts, Christiana, Biblische Gestalten bei den Kirchenvätern: Samuel, Münster (Aschendorff) 2009 (234 S., 29,80 €).

Heither, Theresia, Biblische Ge-stalten bei den Kirchenvätern: Mose, Münster (Aschendorff) 2010 (326 S., 36,-- €).

Mittlerweile ist bereits der vierte Band in der Reihe „Biblische Gestalten bei den Kirchenvätern“ erschienen, die von Theresia Heither und Christiana Reemts, beide Benediktinerinnen in der Abtei Mariendonk am Niederrhein, erarbeitet worden sind. In dem bisher in jedem Band der Reihe abgedruckten Vorwort wird das hermeneutische Anliegen der Reihe knapp umrissen: „Christen haben von Anfang an die Heilige Schrift des jüdischen Gottesvolkes in Anspruch genommen und mit den Schriften des Neuen Testaments untrennbar verbunden […] Indem sie Jesus ‚gemäß der Schrift’ verstanden, konnten sie ihn als den Christus erkennen. Im Licht der Offenbarung Jesu Christi eröffnete sich ihnen zugleich die überlieferte Schrift des Alten Testaments neu und tiefer“ (Vorwort, 5). Diese ganz auf die christliche Rezeption fokussierte Perspektive erschließt die patristische Tradition der Textauslegung, die im Allgemeinen nur wenig bekannt ist. Dabei folgt die Darstellung der Hermeneutik der Kirchenväter, die zeigen wollte, „wie das Alte Testament für die christlichen Gemeinden und die einzelnen glaubenden Menschen, sowohl für die aus dem Judentum wie die aus dem Heidentum kommenden fruchtbar gemacht werden konnte“ (Abraham, 14). Angezielt ist dabei kein rein wissenschaftliches oder theologiegeschichtliches Interesse im Sinne einer text-archäologischen Materialsammlung, sondern ein aktuell spirituelles: Es geht darum, „die Art und Weise, wie die großen Theologen der frühen Christenheit die Bibel lasen, vorzustellen und so zu einer geistlichen Schriftauslegung in unserer Zeit Anregungen zu geben“ (Vorwort, 6). Die alt- wie neutestamentlichen Texte, die von der jeweiligen Figur sprechen, werden nach dem für die Kirchenväter maßgeblichen griechischen oder lateinischen Text präsentiert, um sodann dessen Kommentierung durch die „Väter“ vorzustellen. Unter „Väter“ werden nicht nur im engen Sinn die eigentlichen „Kirchenväter“ verstanden, sondern vielmehr die zentralen Theologen der griechischen und lateinischen Spätantike, so etwa auch Origenes, Tertullian u.a. Jeder Abschnitt des biblischen Textes wird gemäß der patristischen Hermeneutik zuerst nach dem Wortlaut des Textes, sodann nach dem geistigen Sinn durch Zusammenstellung der Zitate der Väter ausgelegt. Dabei gehen die beiden Autorinnen so vor, dass sie entlang des biblischen Textes unterschiedliche Väterzitate zusammenstellen, die aus unterschiedlichen Gattungen (exegetische Kommentare, Predigten, questiones etc.) entnommen sind. Dabei erweisen sich die „buchstäblichen“ bzw. „historischen“ Auslegungen als exegetisch besonders interessant; diese sind zunächst um eine kritische Beurteilung der Textgrundlage, sodann um Wort- und Sacherklärungen sowie grammatische und philologische Klärungen bemüht. In den unterschiedlichen Auslegungen findet sich eine mitunter verblüffende Nähe zu Ansätzen des aktuellen close readings, aber auch zu rabbinischen und damit zeitgenössischen Auslegungen. Geplant sind weitere Bände zu David und Salomo – gespannt darf man auf einen Band zu einer Frauengestalt des Alten Testaments in der Auslegung der Väter sein.


Ebenbauer, Peter, Zur Dialogik von Gebet und Offenbarung in jüdischer und christlicher Liturgie, Paderborn (Schöningh) 2010 (320 S., 39,90 €).

Die Studie, die 2008 als Habilitationsschrift im Fach Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn angenommen worden ist, untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Kontinuitäten und Brüche sowie jeweilige Spezifika in der jüdischen und in der christlichen Gebetstradition. Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung, dass sowohl jüdischer wie christlicher Gottesdienst eine auf den biblischen Schriften aufbauende dialogische Dimension besitzt. Dabei geht es Peter Ebenbauer nicht nur darum, diese dialogische Kommunikationssituation aufzuzeigen, sondern vielmehr das „Mehr“ auszuloten, das Liturgie in den Wort- und Zeichenge-stalten der gottesdienstlichen Handlungswelten voraussetzt. Fragen bezüglich des Verhältnisses von Anamnese und Epiklese spielen eine wichtige Rolle. Hierzu analysiert Ebenbauer ausgewählte jüdische wie christliche Gebetstexte oder Verkündigungshandlungen. Zugleich werden die christlich-liturgischen Texte dahingehend überprüft, inwiefern sie ein Überbietungsdenken gegenüber dem Judentum offen äußern oder latent beinhalten.


Synagoge – Kirche – Moschee. Kulträume erfahren und Religionen entdecken, hg. von Christina Brüll/ Norbert Ittmann/ Rüdiger Maschwitz /Christine Stoppig, München (Kösel) 2005 (160 S., 16,95 €).

In Deutschland gehört die Pluralität religiöser Gruppen und damit verbunden die Pluralität religiöser Orte und Gebäude zum Alltag. Andererseits erhitzen gerade religiöse Bauten die Gemüter zutiefst – wie zuletzt die Diskussion um den Bau der Moschee in Köln-Ehrenfeld gezeigt hat. Kinder wachsen in diesem Umfeld auf – oft ohne die eigenen religiösen Räume und, meist noch weniger, die religiösen Räume der Anderen zu kennen. Diesem Anliegen widmet der vorliegende Band. Ausgehend von der Erfahrung unterschiedlicher öffentlicher Gebäude (Bahnhof,  Fußballstadion etc.) wird die Erlebniswelt eines Raums erschlossen und soll den Kontext für die Erfahrungswelt religiöser Räume vorbereiten (Teil 1). Der ausführliche Teil 2 stellt dann die „Sakral-“ bzw. „Kulträume“ von Juden, Christen und Muslime als Ausdrucksform erlebter und gelebter Religiosität vor. Dabei werden jeweils die geschichtliche Entwicklung, Funktion und Ausstattung sowie konfessionelle Spezifika klar und kompetent erläutert. Hervorzuheben ist, dass nicht bei dem Ausgangspunkt „Raum“ stehen geblieben, sondern dieser von der Spiritualität und den Ritualen her erschlossen wird. Teil 3 gibt wertvolle erlebnisorientierte und exkursionsdidaktische Hinweise. Insgesamt ist jedoch problematisch, dass sich trotz sorgfältiger Darstellung die Gefahr von schnellen und falschen Gleichsetzungen abzeichnet: So findet sich bei den beigefügten Materialien ein Spiel „Tritett“ (in Anlehnung an „Quartett“), in dem drei Karten, „Rabbiner“, „Pfarrerin“, „Imam“, unter der Kategorie „Prediger“ zusammengestellt sind; unter der Kategorie „Kultgegenstände“ finden sich „Abendsmahlsgerät“, „Thorarolle“ und „Gebetskette“ vereint. Bereits die Zusammenfassung von Synagoge, Kirche und Moschee unter „Kulträumen“ ist mit Blick auf das Selbstverständnis der jeweiligen Glaubenspraxis und der jeweils sehr unterschiedlichen Untergruppierungen problematisch. Zudem wird nicht klar, welche Kinder (religiös verortete oder nicht religiös aufgewachsene Kinder?), welches Alter sowie ob und wenn ja, welche unterrichtlichen Zusammenhänge im Blick sind. Trotz allem: Es braucht didaktisches Material, das die eigene und fremde Glaubenswelt erschließt. Dieser Band gehört dazu.


Zeit wahrnehmen. Feministisch-Theologische Perspektiven auf das Erste Testament, hg. von Hedwig-Jahnow-Forschungsprojekt, Stuttgart (Katholisches Bibelwerk) (Stuttgarter Biblische Studien 222) 2010 (184 S., 25,90 €).

In dritter Generation führt sich das an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Marburg angesiedelte Forschungsprojekt auf die Alttestamentlerin, Lehrerin und Politikerin Hedwig Jahnow (1879-1944) zurück, das das Thema „Zeit“ in den Mittelpunkt gestellt hat. Den am Projekt beteiligten Alttestamentlerinnen geht es dabei nicht nur um einen kritischen Blick auf gegenwärtige Zeitkonzepte, sondern vor allem darum aufzuzeigen, dass die Gegenüberstellung von „linearen“ und „zyklischen“ Zeitkonstruktionen mit Blick auf das Alte Testament zu kurz greift. Facettenreich wird der Konstruktionscharakter von „Zeit“ an unterschiedlichen Beispielen aufgezeigt: „Zukunftshoffnung und Erfahrung (Jes 9,1-6). Hat die Zukunft ein Geschlecht?“ (Uta Schmid), „Der Befreiung Zeit einräumen. Die Zeitkonzeption des dtn Pessachgebots (Dtn 16,1-8)“ (Michaela Geiger), „Angestaute Gegenwart. Zur Zeitkonstruktion in Genealogien (Gen 5)“ (Isa Breitmaier), „Die Durchbrechung linearen Zeitdenkens in den Zusätzen zur Priesterschrift am Beispiel von Aaron und Jochebed“ (Ulrike Sals), „Jenseits menschlicher Lebenszeit. Koordination für die Orientierung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ (Stefanie Schäfer-Bossert) sowie „’Ehe die bösen Tage kommen’ Zum Verständnis von Alter im Schlussgedicht des Koheletbuchs (12, 1-8)“ (Irene Papst).


Das Heil der Anderen. Problemfeld „Judenmission“, hg. Josef Wohlmuth und Hubert Frankemölle, Freiburg i. Br. (Herder) (Questiones Disputatae 238) 2010 (555 S., 40,-- €).

2008 hat die Veröffentlichung der neu formulierten Karfreitagsfürbitte im außerordentlichen Ritus der katholischen Liturgie eine Diskussion über die Verhältnisbestimmung von Judentum und Christentum, speziell von Judentum und katholischer Kirche ausgelöst. Angesichts der vor allem von Johannes Paul II. gebrauchten Wendung des „von Gott nie gekündigten Alten Bund“ mit Blick auf das Judentum stellt sich mit der alt-neuen Karfreitagsfürbitte, aber auch mit der Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Pius-Bruderschaft die Frage nach der Judenmission neu. Daher rückt diese questio mit Beiträgen vor allem von katholischer, aber auch von protestantischer und jüdischer Seite die Diskussion um das „Heil der Anderen“ ohne Taufe und ohne Glauben an Jesus Christus im besonderen und zugleich einzigartigen Verhältnis von Judentum und Christentum in den Mittelpunkt. Zugleich versteht sich der Sammelband als Weiterführung einer theologischen Grundlagendiskussion im Anschluss an die 2009 veröffentliche Erklärung „Nein zur Judenmission – Ja zum Dialog zwischen Juden und Christen“ des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), dem auch die beiden Herausgeber angehören und die neben Anerkennung auch mitunter harte Kritik erfahren hat. Die insgesamt 25 Beiträge zeichnen in einem ersten Teil den Weg „von der Judenmission zum Dialog mit den Juden“ nach. Im zweiten Teil werden bibeltheologische Vorgaben zum Verhältnis von Judentum und Christentum reflektiert. Der dritte Teil fragt schließlich  danach, inwiefern die biblischen Vorgaben die lehramtlichen Erklärungen und liturgischen Gebete der katholischen Kirche prägen.


Heiliges Land, Jahrbuch für Biblische Theologie 23 (2008) (Neukirchener Verlag) 2009 (306 S., 34,90 €).

Die Hebräische Bibel bezeichnet es einfach als „das Land“. Gemeint ist jenes Territorium, das heute das Staatsterritorium Israels ist. Dass jede Bezeichnung für diesen Landstrich bereits mit der gewählten Terminologie eine politische Aussage trifft und unweigerlich in einem komplexen politischen, religiösen und kulturellen Spannungsfeld steht, ist Ausgangspunkt des Jahrbuchs für Biblische Theologie 2008. Umsichtig wird im Vorwort von Marie-Theres Wacker und Ralf Koerrenz das unweigerliche Minenfeld ausgeleuchtet, das mit diesem Thema betreten ist. Sie reflektieren die hoch komplexe Gemengelage mit Blick auf das Thema „Land“ in den in sich so unterschiedlichen jüdisch-israelischen, christlich-westlichen, muslimisch-palästinensi­schen oder christlich-palästinensischen Kontexten aus. Die Wahl der Überschrift des Bandes, „Heiliges Land“, hingegen gibt eine sehr spezifische Perspektive vor, die aus der christlich-religiösen Tradition stammt. Die folgenden Beiträge sind im ersten Teil weitgehend aus (christlich)-biblischer Sicht, im zweiten aus einer rezeptionsgeschichtlichen, jüdischen oder christlichen Perspektive geprägt. Diese Zweiteilung folgt dem hermeneutischen Anliegen, die Texte der Bibel in ihren zeitgeschichtlichen Kontexten als Ausgangspunkt zu nehmen und deren Rezeptionen unter je neuen politischen, gesellschaftlichen, kulturellen, religiös-kirch­lichen Bedingungen nachzugehen – wie es programmatisch im Vorwort (V) lautet. Da aktuelle vertiefende Einzelstudien zur Landthematik im alt- wie neutestamentlichen Bereich derzeit fehlen, beginnt der Band mit exemplarischen Fallstudien zu Bedeutung des Landes in den Erzeltern-Erzählungen (Irmtraud Fischer), zur Landgabe als einer kritischen Theologie des Landes (Ed Noort) und zum Thema Land in den Psalmen (Kathrin Liess). Die Bedeutung des Landes wird in der zwischentestamentlichen (Cornelis de Vos) sowie neutestamentlichen Zeit (Paul-Gerhard Klumbies sowie Martin Vahrenhorst) beleuchtet. Gabrielle Ober­hänsli-Widmer zeigt sodann den Umgang der Rabbinen mit dem Land auf, das, als „Heiliges Land“ zu bezeichnen, der rabbinischen Literatur fremd ist. Im zweiten Teil stehen zeitgenössische Fallstudien zur Rezeptionsgeschichte des Motivs „Heiliges Land“, so bei Else Lasker-Schüler (Yvonne Domhardt), im Theater (Fremde Mutter „Erez Israel“, Matthias Morgenstern), in Bibelfilmen (Reinhold Zwick), derzeitiger christlicher Reisepraxis ins „Heilige Land“ (Georg Röwekamp), im (christlichem) Religionsunterricht (Norbert Collmar) sowie in der Wahrnehmung des Staates Israel in der evangelischen Publizistik (Gerhard Gronauer) im Mittelpunkt. Ein Interview mit dem langjährigen Nahost-Korrespondenten der faz Jörg Bremer beschließt diesen Band. Nach der Lektüre der spannenden und sehr bereichernden Beiträge des Jahrbuchs hat sich das im Vorwort dargelegte Desiderat verstärkt – dass neben Einzelstudien und Gesamtzusammenfassungen vor allem eine vertiefte hermeneutische Auseinandersetzung zur Reflexion des Themas „Land“ aus christlich-theologischen Perspektiven im Angesicht Israels und der derzeitigen Situation im Nahen Osten notwendig ist.


Weiterleben – Weitergeben. Jüdisches Leben in Deutschland, Fotos von Rafael Herlich, Texte von Doron Kiesel. Mit einem Vorwort von Charlotte Knobloch, Köln (Böhlau) 2009 (184 S., 29,90 €).

Dieser Bildband zeigt die vielfältigen jüdischen Lebenswelten in Deutschland heute. Die versammelten Photos zeigen die unterschiedlichsten Situationen – von alltäglichen Momentaufnahmen bis zu offiziellen Photos bei Festlichkeiten, von der religiösen Praxis über Juden im politischen Leben bis hin zu Aufnahmen, die jüdische Gäste in ihrer ehemaligen Heimat zeigen. Dabei entsteht ein Bild, das so unterschiedlich und bunt ist wie die in über 100 Gemeinden registrierten 110.000 Jüdinnen und Juden. Die Bilder spiegeln dabei die Selbstverständlichkeit jüdischen Lebens in Deutschland ebenso wieder wie die Fremdheit gegenüber diesem Land, das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Gemeinschaft und zugleich der enorme strukturelle Wandel, der vor allem der Zuzug an Jüdinnen und Juden aus den ehemaligen gus-Staaten hervorgebracht hat. Doron Kiesel (17): „Bilder aus vielfältigen lebensweltlichen Situationen vermögen einerseits Einblicke in das Profane und das Heilige im Judentum zu geben, zugleich sollen sie neugierig machen und dazu animieren, Grenzen zu überschreiten – im Sinne des Wunsches nach gegenseitigem Verstehen und wechselseitiger Verständigung“.

 

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