Kirche und Israel - Neukirchener Theologische Zeitschrift

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Alan M. Dershowitz

WikiLeaks und der Goldstone Bericht


   Alan M. Dershowitz (Jahrgang 1938) besuchte die Yeshiva University High School, studierte am Brooklyn College (Abschluss 1959) und der Yale Law School, wo er Herausgeber des Yale Law Journal war. Er schloss in Yale 1962 ab. Dershowitz trat 1963 der Fakultät der Harvard Law School bei, wo er 1964 Assistenzprofessor wurde und 1967 mit 28 Jahren eine volle Professur erhielt. Seit 1993 ist er dort Felix Frankfurter Professor of Law. Dershowitz ist Spezialist für Revisionsverfahren im Strafprozessrecht. Er dient als US-amerikanischer juristischer Berater der britischen Juristen von Julian Assange und WikiLeaks.

 


Vor kurzem erschien in England ein Buch über WikiLeaks von Redakteuren des The Guardian. Es wirft ein vollkommen neues Licht auf den Goldstone-Bericht2. Richard Goldstone3 hat vor kurzem die zentralen Schlussfolgerung seines Berichts überdacht4, nämlich die Behauptung, dass die israelischen politischen und militärischen Führer die Tötung unschuldiger palästinensischer Zivilisten gezielt anstrebten. Doch noch bevor Goldstone selbst seinen Bericht überprüfte, haben viele objektive Leser des Berichts keine harten Beweise zur Unterstützung dieser unwahrscheinlichen These finden können, und zwar aus einem offensichtlichen Grund: Solche Beweise finden sich nicht im Hauptteil des Berichts. Was die Verfasser des Berichtes vorlegen konnten, war lediglich ihre Annahme, dass auf Grund der Zahlen getöteter Zivilisten, diese Folge gewünscht gewesen wäre. Vor kurzem gab ein Führer der Hamas im Gazastreifen zu, ja er prahlte sogar damit, dass die meisten getöteten Palästinenser während der Operation „Gegossenes Blei“ Hamas-Kämpfer waren. Die Zahl der unschuldigen getöteten Zivilisten (je nachdem, wie man „unschuldig“ und „Zivilisten“ in einem Krieg definiert, die bei Nacht Terroristen und am Tag Zivilisten sind) scheint nun bei etwa 500-600 zu liegen. Die Zahl der getöteten Kämpfer scheint nun über 700 zu sein. Mit anderen Worten: das Verhältnis von Kombattanten zu Zivilisten scheint so zu sein, dass etwas mehr Kämpfer als Zivilisten getötet wurden. Auch ein getöteter Zivilist ist einer zu viel; doch sind solche Tötungen dann unvermeidlich, wenn sich Kämpfer unter Zivilisten verstecken, Raketen aus zivilen Räumen schießen und Zivilisten als menschliche Schutzschilde einsetzen, so wie Hamas es routinemäßig tut.


Die Goldstone-Kommission hatte sich strikt geweigert, Zeugenaussagen zu akzeptieren die zeigten, dass die israelische Armee mehr Sorgfalt walten ließ, um die Zahl ziviler Opfer zu reduzieren, als andere Streitkräfte, die in vergleichbaren Kriegen gekämpft haben. Zum Beispiel, weigerten sie sich, die angebotene Zeugenaussage von Oberst Richard Kemp, ein ehemalige Kommandeur der britischen WikiLeaks und der Goldstone Bericht 75 Truppen in Afghanistan und anerkannter Experte asymmetrischer Kriegsführung, anzuhören, der dies ausgesagt haben würde:

Aus meinen Kenntnissen der IDF (Israel Defence Forces, Kürzel für die Israelische Armee) und dem Umfang, in dem ich die aktuelle Operation verfolgt habe, weiß ich nicht, ob es jemals eine Zeit in der Geschichte der Kriegsführung gegeben hat, in der eine Armee größere Anstrengungen unternommen hat, um zivile Opfer zu vermeiden, als es die IDF heute in Gaza tut. Das kürzlich veröffentlichte Buch über WikiLeaks bestätigt Oberst Kemps Einschätzung ausdrücklich.

 

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