Kirche und Israel - Neukirchener Theologische Zeitschrift

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Helmut Utzschneider

Der Weidener Beschluss der Landessynode der ELKB  zur Ergänzung des Grundartikels der Kirchenverfassung im Hinblick auf das Judentum -

Erläuterungen zur Diskussion und zum Wortlaut[i]


   Helmut Utzschneider ist Professor für Altes Testament an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau. Er ist Vorsitzender des Ausschusses für Grundfragen des kirchlichen Lebens der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB). In dieser Funktion hat er maßgebenden Anteil an der Vorbereitung einer Ergänzung der Verfassung der ELKB, die deren Beziehung zum Judentum auf eine neue Basis stellen soll. Zu vergleichen ist auch der Beitrag in „Kirche und Israel“ 25 (2010) 81-89.



Der Weidener Beschluss der Landessynode der ELKB

zur Ergänzung des Grundartikels der Kirchenverfassung im Hinblick auf das Judentum - 

Erläuterungen zur Diskussion und zum Wortlaut

Als die Landessynode unserer Kirche am 25. März 2010 in Weiden ihrer Absicht Ausdruck gegeben hat, den Grundartikel unserer Kirchenverfassung um einen Passus zu ergänzen, der sich mit der Bedeutung des Judentums für unsere Kirche und ihren Glauben befassen soll, bestimmte sie ausdrücklich, die für gut befundene aber noch nicht in Kraft gesetzte Formulierung „den Kirchengemeinden, den Dekanatsbezirken, Einrichtungen, Diensten und Werken sowie den theologischen Ausbildungsstätten in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern zur Kenntnis“ zu geben. Die Hoffnung schien nicht zu gewagt, dass diese Formulierung von einem großen (und das heißt auch: nicht allzu kontrovers errungenen) Konsens getragen wird, wie es in dem Beschluss ausdrücklich heißt. Wir konnten ja auch davon ausgehen, dass die Formulierungen weder für unsere Landeskirche, noch für den deutschen Protestantismus, etwas völlig Neues enthielten. Sie finden sich der Sache und, in wesentlichen Teilen, auch dem Wortlaut nach in der Erklärung der Nürnberger Synode (der ELKB) von 1998. Gleichwohl ahnten wir Synodale nicht, was wir damit auslösen würden.

Seit die Synode diesen Beschluss gefasst hat, habe ich persönlich unzählige Gespräche darüber geführt, zahlreiche Mails erhalten und beantwortet und nicht wenige Veranstaltungen wie diese absolviert. Ich habe Kritik in vielerlei Schattierungen erfahren, aber auch Zustimmung und Ermutigung. In alledem hat mich tief beeindruckt, mit welchem inneren Engagement, mit welchem Reichtum an unterschiedlichen Gedanken und mit welcher Vielfalt an z.T. durchaus widerstreitenden Gefühlen das Thema des Verhältnisses der Christlichen Kirche und Theologie zum Judentum in unserer Kirche aufgenommen worden ist. Jemand hat sinngemäß gesagt: „Das ist die beste Kommunikationsinitiative seit langem, die auch noch den Vorteil hat, dass sie nichts kostet.“ Ich würde noch weitergehen: Es ist ein Beispiel für mündiges Christentum und dafür, dass theologisches Denken in unserer Kirche kein Orchideenfach ist, sondern in der Gemeinde lebendig werden kann. Kurz: Ich sehe den in Weiden ausgelösten Prozess sehr positiv und sage das auch auf dem Hintergrund der Kritik, der ich begegnet bin und der ich sicher heute auch wieder begegnen werde.

 

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[i] Vortrag gehalten in der Akademie Tutzing (23.10.2010) und auf Pfarrkonventen in Weiden und Ansbach (15.12.2010).

 

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