Kirche und Israel - Neukirchener Theologische Zeitschrift

PDF Drucken E-Mail

 Malcolm F. Lowe

Das palästinensische „Kairos“-Dokument: eine Hintergrundanalyse

 

♦    Wir dokumentieren hier den Aufruf einer Gruppe von Christen in den Palästinenser Gebieten, der unter dem Titel „Die Stunde der Wahrheit: Ein Wort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe aus der Mitte des Leidens der Palästinenser und Palästinenserinnen“ am 11. Dezember 2009 in Bethlehem der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.  In der Diskussion firmiert es als „Kairos: Palästina“.  Dieser Name spielt auf ein Dokument an, das gegen die rassistische Apartheidpolitik Südafrikas gerichtet war. Der in Jerusalem lebende Theologe und Philosoph Malcome F. Lowe leuchtet als Kenner der Szene Hintergründe der Entstehung des Dokumentes aus. Und Rolf Schieder, Professor für praktische Theologie an der Humboldt-Universität in Berlin, kommentiert es im Zusammenhang anfänglicher Diskussionen darüber in der EKD.

 

♦    Das so genannte Kairos-Dokument wurde von seinen Verfassern als ein Aufschrei charakterisiert. Um seine Intention besser einordnen zu können, ist ein Blick auf seine Entstehung und seine Zielrichtung hilfreich. Das palästinensische Kairos-Dokument: eine Hintergrundanalyse von Malcom F. Lowe ist unter dem Titel “ ursprünglich in The New English Review, April 2010, herausgegeben von rebecca Bynum, erschienen. Der englische Lowe-Text wurde von Birgit Schintlholzer-Barrows ins Deutsche übersetzt. Die Zitate im Kairos Palästina-Dokument“, auf die sich der Kommentar bezieht, stammen aus der deutschen Übersetzung des Weltkirchenrats. Die Übersetzung erschien im Rundbrief des Freundeskreises Kirche und Israel in Baden e.V., Nr. 80 vom Juni 2010.

 

 

Das palästinensische „Kairos“-Dokument: eine Hintergrundanalyse

 

Das „Kairos-Palästina-Dokument“ wurde am 11. Dezember 2009 in Bethlehem von einem Gremium an die Öffentlichkeit gebracht, das ihm auch seinen Namen gab. Den Vorsitz dieses Gremiums hatte der ehemalige lateinische Patriarch von Jerusalem inne. Auf einer speziellen Website wurde das Dokument in Arabisch und in mehreren europäischen Sprachen rasch zugänglich gemacht. Ebenso rasch verbreitete es das Sekretariat des Weltkirchenrats (ÖKR)  weltweit, insbesondere in den protestantischen Kirchen. Das war kein Zufall, denn das ÖKR-Sekretariat war an der Erstellung dieses Dokuments stark beteiligt. Es ist Bestandteil des umfassenden Programms des ÖKR, politische Ziele der Palästinenser zu fördern.

Das Dokument soll, wie wir sehen werden, Kirchen weltweit zu Boykott, Ent-ignung und Delegitimierung des israelischen Staats aufrufen. Es spielt ausdrücklich auf ein ähnlich lautendes Dokument an, das vor Jahren in Südafrika kursierte. Das bedeutet, man setzt Israel mit dem Apartheidregime gleich. Zudem benutzt das Dokument eine extreme Sprache, so, wenn es etwa behauptet, „die militärische Besetzung unseres Landes ist eine Sünde gegen Gott und die Menschheit.“

Bevor wir uns mit dem Inhalt des Dokuments befassen, sollten wir seine Glaubwürdigkeit prüfen. Sowohl die spezielle Website des Dokuments wie auch das Sekretariat des ÖKR verbreiten, dass das Dokument eine Erklärung von „palästinensischen christlichen Führern“ sei. Es habe zudem die „Unterstützung“ der Kirchenleitungen in Jerusalem. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus.

      

Wenn Sie diesen Beitrag vollständig lesen möchten, können Sie ihn für 2,99 € anfordern: Link

 

Das so genannte „Kairos Palästina-Dokument“ wurde von seinen Verfassern als ein „Aufschrei“ charakterisiert. Um seine Intention besser einordnen zu können, ist ein Blick auf seine Entstehung und seine Zielsetzung hilfreich.

Das palästinensische „Kairos“-Dokument: eine Hintergrundanalyse von Malcolm F. Lowe ist unter dem Titel „The Palestinian ,Kairos‘ Document: A Behind-the-Scenes Analysis“ ursprünglich in The New English Review, April 2010, herausgegeben von Rebecca Bynum, erschienen.

Malcolm Frederick Lowe, lebt als Philosoph, Theologe und Religionswissenschaftler seit 1970 in Jerusalem. Er beteiligt sich am Christlich-Jüdischen Dialog und ist kirchlichen Institutionen in Jerusalem verbunden.

Der englische Lowe-Text wurde von Birgit Schintlholzer-Barrows ins Deutsche übersetzt. Die Zitate im „Kairos Palästina-Dokument“, auf die sich der Kommentar bezieht, stammen aus  der deutschen Übersetzung des Weltkirchenrats.

Die Übersetzung erschien in Rundbrief des Freundeskreises Kirche und Israel in Baden e.V., Nr. 80 vom Juni 2010.

 

Suche

Buchtipp