Kirche und Israel - Neukirchener Theologische Zeitschrift

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Dietrich Schulze-Marmeling

Juden im deutschen Fußball: Das Beispiel des FC Bayern München

 

    Dietrich Schulze-Marmeling gehört zu den profiliertesten deutschen Fußballautoren. Er verantwortet u.a. als Herausgeber und Mitautor das hoch gelobte Buch: „Davidstern und Lederball. Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball“ (2003). Sein Buch „Der FC Bayern und seine Juden. Aufstieg und Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur“ wurde 2011 von der Deutschen Akademie für Fußballkultur als „Fußballbuch des Jahres“ ausgezeichnet. Aktuell arbeitet er an einem Buch über die nordirische Fußballlegende George Best und dessen Rolle im Nordirlandkonflikt.


 

Fußball begann nicht als Arbeiterkultur, sondern war zunächst beheimatet im Milieu der bürgerlichen Akademiker sowie der neuen – und damit traditionslosen – expandierenden Schicht der Angestellten in den kaufmännischen und technischen Berufen. Anders als in England, wo sich der Fußball bereits in den letzten Dekaden des 19. Jahrhunderts zum proletarischen Massenspektakel entwickelte, behielt das Spiel auf dem Kontinent bis in das 20. Jahrhundert hinein seinen Eliten- und Mittelschichtcharakter. Für die Historikerin Christiane Eisenberg verkörpert das frühe Fußballspiel „das spezifisch moderne Lebensgefühl der Jahrhundertwende, insbesondere der Aufsteiger und Selfmademen, die offen für alles Neue waren und sich um Konventionen wenig scherten. Für viele war der Gebrauch der englischen Sprache und die Imitation eines ‚English way of life’ auch der Versuch, sich von bestimmten überkommenen Mustern der eigenen Kultur wie z.B. der Turnbewegung mit ihrer Neigung zum Kollektivismus zu distanzieren.[1] Juden und Protestanten waren laut Eisenberg unter den ersten deutschen Balltretern auffällig stark vertreten. Deutsche Juden standen im Zentrum einer modernistischen Bewegung. 

 

Deutsche Juden und ein englisches Spiel

Fußball war zunächst ein vorwiegend städtisches Spiel – anders als später Handball, das sich als Sportspiel der Turnbewegung und als deren Antwort auf den Fußball auf dem Land ausbreitete, da der Spielplatz in den urbanen Zentren bereits von den Kickern besetzt war. In Städten wie Berlin, Frankfurt oder München lebten besonders viele Juden. Viele von ihnen zählten sich dort zum „modernen Bürgertum“, das liberal ausgerichtet war und sogenannten englischen „Modetorheiten“ – wie „English sports“ – frönte. Wobei „English“ oder „British“ mit „modern“ zu übersetzen war. Detlev Claussen: „Die idealen Bürger, die das Bürgertum auch mit seinen Idealen ernst genommen haben, waren Juden. Und das hat man den Juden wiederum übel genommen. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – das war ja für das Ghetto eine konkrete Utopie! (...) Sehr viele europäische Juden waren im 19. Jahrhundert anglophil. Diese anglophile Geschichte gehört eng zur Geschichte des Judentums und der Emanzipation des Judentums in Europa. Dazu eben die ‚English sports’.“[2] Bei vielen europäischen Juden traf man seinerzeit auf einen ausgeprägten Sinn für Neues und Modernes sowie eine größere Bereitschaft zur Anerkennung des Leistungsprinzips und des Wettbewerbs – Dinge, die auch im Sport eine zentrale Rolle spielten. Detlev Claussen: „Das Leistungsprinzip gehört zum Fußball genauso hinzu wie der Spaß am Spiel.“[3]

 

Jüdische (und protestantische) Milieus waren häufig aufgeschlossener gegenüber den Anforderungen und Herausforderungen der modernen kapitalistischen Leistungsgesellschaft. Und anders als das „deutsche Turnen“ war Fußball das Spiel dieser Gesellschaft. Die Idee des englischen Sports und seines offenen Wettbewerbs stand gewissermaßen diametral zum Konzept der alten Ständegesellschaft, in der die europäischen Juden ausgeschlossene Unterprivilegierte waren. Der Sport unterspülte feudale Schranken in der Gesellschaft. Das Interesse jüdischer Bürger am Sport war zudem eine Reaktion auf den latenten Antisemitismus. Im Sport sah man die Möglichkeit, gesellschaftliche Integration und Akzeptanz zu erreichen, denn die von historischem Ballast freie Sportbewegung war anfänglich liberaler und weltoffener als die mit traditionell konservativen Werten überladene Turnbewegung. Bei den Turnern eher unwillkommen, orientierten sich junge Juden auf die  neuartigen „sports“, deren englische Herkunft ihnen weniger suspekt denn willkommen war. Detlev Claussen: „Durch die Verbreitung des Fußballsports wurden aus England importierte Werte wie fair play und Toleranz vermittelt. Dies machte ihn attraktiv für jüdische Fußballbegeisterte, die aufgrund ihrer Konfession häufig aus den deutsch-nationalen Turnvereinen ausgeschlossen waren.“[4] Noch etwas sprach für die modernen Fußballvereinigungen: Wie eingangs erwähnt, war Fußball anfangs auch ein Akademiker-Sport. Der Antisemitismus war aber nicht nur bei „dummen Jungs“ zuhause, sondern kursierte auch und gerade in akademischen Kreisen. Zumal im Milieu der studentischen Verbindungen, zu denen Juden häufiger der Zutritt verwehrt wurde. Eine Reihe der neuartigen Fußballvereinigungen eiferte deren Status nach. Dies äußerte sich u.a. in der Wahl des Vereinsnamens und der strapazierten Riten. Die Sport- und Fußballvereine waren gewissermaßen Studentenverbindungen ohne Antisemitismus. 

 

Jüdische Bayern-Pioniere

Die bürgerlich-modernistische Phase im deutschen Fußball wurde besonders eindrucksvoll vom fc Bayern München repräsentiert. Der FC  Bayern der Jahre 1900 bis 1933 war ein weltoffener und liberaler Klub, in dem auch Juden eine Heimat fanden. Religiöse und nationale Zugehörigkeit spielten in seinen Reihen keine Rolle. Zu den Gründern der Fußballabteilung des Männer-Turn-Vereins von 1879 (MTV  1879), der Keimzelle des späteren FC  Bayern, gehörte u.a. Walther Bensemann. Der deutsche Fußballpionier stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Familie in Berlin, Vater Berthold war Bankier. 1899 organisiert Bensemann die sogenannten „Urländerspiele“ gegen ein englisches Auswahlteam, nachdem er die Football Association zur ersten kontinentalen Tournee ihrer Geschichte überredet hatte. 1900 ist er an der Gründung des DFB  beteiligt. Und nach dem 1. Weltkrieg ruft er in Konstanz jene heute noch existierende Fußballzeitung ins Leben, der er zum Entsetzen seiner Mitstreiter einen bewusst englisch klingenden Namen verpasst: den „Kicker“. Den entscheidenden Anstoß zur Gründung des FC  Bayern gibt der süddeutsche Fußballpionier und spätere dfb-Mitbegründer Gus Manning. Der von ihm mitbegründete FC Freiburg fungiert in den ersten Jahren des neuen Klubs als dessen Pate. Der im Londoner Vorort Lewisham geborene Manning ist britischer Staatsbürger. Sein Vater ist der aus Frankfurt/a.M. stammende jüdische Kaufmann Gustav Wolfgang Mannheimer, der ein Unternehmen in der Londoner City besaß und auf der Insel seinen Namen zu „Manninger“ anglisieren ließ. In den 1880er Jahren verkaufte Mannheimer / Manninger sein Londoner Unternehmen und zog mit der Familie nach Berlin. Dort behielt die Familie den Namen, verkürzte ihn aber später zu „Manning“. Als sich am 17. Oktober 1897 der Verband Süddeutscher Fußball-Vereine (VSFV) konstituierte, fehlte mit München die größte Stadt des Südens. Dabei wurde auch an der Isar längst Fußball gespielt, so u.a. im mtv 1879. Gus Manning überzeugt nun die Fußballer im MTV , sich von den Turnern loszusagen und einen eigenen Klub zu gründen, der dem Verband beitritt. Die MTV´ ler waren zu dieser Zeit bereits die stärkste Kraft im Münchener Fußball und somit geradezu prädestiniert für eine Vorreiterrolle. 

 

Künstlerisch, vornehm, elitär

Am Abend des 27. Februar 1900 wird im Weinhaus Gisela der FC   Bayern aus der Taufe gehoben. Der neue Klub allerdings ist alles – nur nicht „bayerisch“. Seine „Macher“ kommen zu einem Großteil nicht aus München oder Bayern, sondern aus Berlin, Freiburg, Leipzig und Bremen. Erster Präsident de FC Bayern wird der Berliner Franz John, erster Schriftführer der Freiburger Josef Pollack, der für Mannings FC  Freiburg gespielt hatte, bevor er 1899 nach München gezogen war. Der Sohn eines jüdischen Kaufmannes reüssierte auch als erster Goalgetter des FC  Bayern. Die Gründungsurkunde des FC Bayern trägt 17 Unterschriften. Sechs davon wurden nachträglich zugeführt. Nr. 16 ist die eines Dortmunders (!): Benno Elkan, Sohn der jüdischen Kaufmannseheleute Salomon und Rosa (geb. Oppenheimer) Elkan.

 

Der FC Bayern ist ein elitärer und vornehmer Klub. Josef Pollack führt eine entsprechende Kleiderordnung ein. Der Klub wird entweder anerkennend ein „Kavaliersklub“ oder ablehnend ein „Protzenklub“ genannt. Überhaupt dürfen beim FC Bayern bis 1908 nur „Einjährig-Freiwillige“ mitmachen. Gemeint sind Wehrpflichtige mit höherem Schulabschluss (Abitur). Die Heimat des FC Bayern ist Schwabing und die angrenzende Maxvorstadt, wo die meisten seiner Gründer wohnen. Ähnlich wie in Wien und Budapest kommt es auch in München zu einer Melange von Kulturszene und Fußball. Die meisten Studenten oder Kulturschaffenden werden in München nicht dauerhaft heimisch. Auch die Klub-Pioniere Pollack und Elkan verlassen die Stadt. Benno Elkan meldet sich am 8. Oktober 1901 in München ab. Der Künstler zieht nach Karlsruhe, wo er sich dem Studium der Bildhauerei widmet. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wird der Bildhauer Elkan mit einem Berufsverbot belegt. 1934 emigriert er nach London. Im Exil wendet sich Elkan mehr und mehr seinen jüdischen Wurzeln zu und beginnt Menoras anzufertigen. Nach dem Zweiten Weltkrieg beglückt er Westminster Abbey mit zwei großen Bibelleuchten. Auch dem Fußball schenkte er ein Werk. Für Arsenal London fertigt Elkan einen silbernen Kampfhahn in Lebensgröße an. Sein größtes und berühmtestes Werk ist aber die große Menora vor dem israelischen Parlament, der Knesset, in Jerusalem. Im April 1956 wird sie von Großbritannien als Geschenk der weltweit ältesten parlamentarischen Demokratie an das zu diesem Zeitpunkt jüngste Parlament übergeben. Gustav Randolph Manning, Spiritus rector der Bayern-Gründung, und Josef Pollack wandern in die usa aus. 

 

Landauer kommt

1901 tritt der 17-jährige Kurt Landauer dem FC Bayern bei, der nun bis zum Jahr 1933 zur prägenden Figur des Vereins werden sollte. Seine Eltern sind die sehr wohlhabenden jüdischen Kaufmannseheleute Otto und Hulda Landauer. Die großbürgerliche Familie Landauer ist bildungs-, kunst- und kulturbeflissen, denkt standesbewusst und politisch liberal. Mit seiner Fußballvernarrtheit steht Kurt Landauer in seiner Familie zunächst allein. Erst einige Jahre später treten auch die jüngeren Brüder Franz und Leo dem FC Bayern bei. Kurt Landauer beginnt beim FC Bayern als Aktiver, übernimmt aber im Laufe der Jahre mehr und mehr administrative Aufgaben. 1913 wird er erstmals Präsident des Klubs. Unter dem Präsidenten Kurt Landauer bricht der FC Bayern zu neuen Ufern auf. Am 15. Dezember 1913 unterschreibt mit dem Engländer William Townley der vor dem Ersten Weltkrieg beste und erfolgreichste Trainer im deutschen Fußball beim FC  Bayern. Die Freude über den berühmten Übungsleiter ist nur von kurzer Dauer. Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt muss Townley Deutschland verlassen. Denn mit Ausbruch des Krieges droht dem Engländer die automatische Internierung. Der 1.Weltkrieg beendet auch Kurt Landauers erste Amtszeit als Präsident des FC Bayern. Er erlebt den 1.Weltkrieg im Dienstgrad eines Vize-Feldwebels und stellvertretenden Offiziers. Am 23. Juli 1917 bekommt Landauer vom Königlichen Bezirkskommando II München ein Zeugnis ausgestellt, das ihn „nach seinen bürgerlichen und sonstigen Verhältnissen für würdig und geeignet zur Beförderung zum Offizier erachtet“. 

 

Kulturtransfer

1919 wird Landauer erneut zum Präsidenten des FC Bayern gewählt. Landauer ist ein großer Freund internationaler Begegnungen. Diese erfüllen einen dreifachen Zweck: Sie dienen der Völkerverständigung, der Verbesserung der eigenen Leistungsstärke und füllen außerdem die Kasse des Vereins. Bei der Vermittlung attraktiver Gegner hilft ihm wiederholt Walther Bensemann mit seinen zahlreichen internationalen Kontakten. Kein anderer der deutschen „Fußballmacher“ verfügt im Ausland über so viel Ansehen wie Bensemann. Keine der vielen internationalen Begegnungen, die der FC Bayern in den Jahren der Weimarer Republik bestreitet, ist von so großer, ja geradezu schicksalhafter Bedeutung und Nachhaltigkeit wie der Besuch von MTK Budapest am 27. Juli 1919. MTK gilt bis heute als „jüdischster“ Profiklub Europas. Viele der MTK-Väter waren bürgerliche Juden, Kaufleute und akademische Selbständige. Ihre Vision: ein von Diskriminierung freier Sportklub, in dem jeder die Chance besitzt, seine Disziplin auf höchstem Niveau zu betreiben. 1905 wurde der Jude Alfréd Brüll, ein Pionier des ungarischen Sportfunktionärswesens, Präsident des Klubs, dem er auch als Mäzen diente. Vor dem 1.Weltkrieg besteht etwa die Hälfte des MTK-Kaders aus Juden. Im Zeitraum 1901 bis 1918 tragen etwa 30 Juden das Trikot der ungarischen Nationalelf. Unter Ungarns Juden ist Fußball das populärste Spiel.

 

Der fc Bayern empfängt die Ungarn auf dem MTK-Platz an der Marbachstraße in Sendlingen. In München läuft eine Ansammlung brillanter Fußballer auf, wie sie die Stadt bis dahin noch nicht gesehen hat. Einige der Ungarn sind Juden. So der 29-jährige Innenstürmer Vilmos Kertész, zugleich Kapitän der Nationalmannschaft Ungarns, Jenö Konrad, dessen jüngerer Bruder Kalman, ein dribbelstarker Innenstürmer und Torjäger war, Gyula Feldmann und Joszef Braun, der in diesem Jahr Ungarns „Fußballer des Jahres“ wurde. 1924 wird er bei den Olympischen Spielen in Paris die ungarische Nationalelf als Kapitän aufs Feld führen. Trainer der Mannschaft ist der Jude und ehemalige Nationalspieler Izidor „Dori“ Kürschner. 10.000 Zuschauer kommen an die Marbachstraße, die bis dahin größte Kulisse bei einem Fußballspiel in München. mtk besiegt die Bayern souverän mit 7:1.

 

MTK´s beeindruckende Demonstration bleibt nicht ohne Folgen. Der FC Bayern bemüht sich nun intensiv darum, die Schule des „Donaufußballs“ zu durchlaufen, wozu auch die Verpflichtung entsprechender Lehrer gehört. Dabei kommt ihm die politische Entwicklung in Ungarn zu Hilfe. Denn am 1. August 1919, vier Tage nach dem Gastspiel in München, wird in Ungarn das rätekommunistische Experiment beendet – begleitet von einem antisemitischen Furor. Am 16. November 1919 übernimmt Admiral Miklós Horthy mit der Armee die politische Macht. Horthy gilt als „moderater Antisemit“, aber mit seiner Machtübernahme wird der Antisemitismus zur offiziellen Politik. Eine Reihe ungarischer Starkicker und Trainer verlässt nun das Land und heuert bei Wiener Klubs an. In einem geringeren Ausmaß werden sie auch in Deutschland aktiv. Bis in die 1930er Jahre hinterlassen ungarische Trainer – fast samt und sonders Ex-MTK´ler und in ihrer Mehrheit Juden – in einer Reihe von kontinentaleuropäischen Ländern tiefe Spuren. Auch der FC Bayern bedient sich ihrer. Während der Weimarer Jahre versichert man sich der Dienste von Izidor „Dori“ Kürschner, der aber zunächst (1921) den 1. FC Nürnberg zur Deutschen Meisterschaft führt, Leo Weisz, Kalman Konrad und schließlich Richard „Little“ Dombi. Die Spielweise der Bayern wird bald mit ähnlichen Attributen bedacht wie die der Wiener und Budapester Vereine. „Flüssig“ und „geschmeidig“ würden die Bayern spielen. München wird zur Bühne eines fußballerischen Kulturtransfers. Den nachhaltigsten Eindruck der genannten Übungsleiter hinterlässt Richard „Little“ Dombi, der den FC Bayern im Sommer 1930 übernimmt. Als Dombi sein Amt beim FC Bayern antritt, ist er bereits europaweit bekannt und einer der teuersten Trainer auf dem Kontinent.

 

„Wohl kein Trainer war mit seiner gesamten Zeit so für den Club tätig, als es Dombi war. Er war Trainer, Fitnesstrainer, Masseur, Geschäftsführer und Organisator in einer Person.“[5]

 

1932 erreichen Dombis Bayern das Finale der Deutschen Meisterschaft. Im letzten Meisterschaftsfinale vor der nationalsozialistischen Machtübernahme stehen sich mit dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt zwei Vereine gegenüber, in denen Juden eine wichtige Rolle spielen. Eintracht Frankfurts Hauptmäzen ist die von jüdischen Besitzern geführte Schuhfabrik J. & C.A. Schneider. Der Ort des Finals ist Nürnberg und wird zur Bühne einer letzten Manifestation des jüdischen Beitrags im deutschen Fußball. Nie wieder werden in Deutschland jüdische Bürger bei einem großen Fußballspiel eine auch nur annähernd so große Rolle spielen wie am 12. Juni 1932. Der FC Bayern gewinnt mit 2:0. Das Fachblatt „Fußball“ ist sich sicher: „Mit den Bayern ist die beste Mannschaft Deutschlands Meister geworden.“[6] Zu einem Zeitpunkt, an dem die Weimarer Republik bereits kollabiert, erringt der heutige Rekordmeister mit einem jüdischen Präsidenten, einem jüdischen Trainer, einem jüdischen Jugendfunktionär und jüdischen Sponsoren seine erste Deutsche Meisterschaft. Ein Ereignis, das gegen den Strom der Zeit steht – in Deutschland wie in München. 

 

Machtwechsel – Die Vertreibung der Juden aus dem deutschen Fußball

Bei den Reichstagswahlen vom 5. März 1933 holt die NSDAP in München 176.490 Stimmen und wird damit stärkste Partei. Am 20. März 1933 weicht Münchens Oberbürgermeister Karl Scharnagl der Gewalt und erklärt seinen Rücktritt. Zwei Tage später, 22. März 1933, sieht sich auch Bayern-Präsident Kurt Landauer durch die neuen politischen Verhältnisse zum Rücktritt genötigt. Für Dr. Bruno Malitz, den fanatischen Sportreferenten der SA, sind jüdische Sportfunktionäre wie Landauer „schlimmer als die Cholera, die Lungenpest, die Syphilis, schlimmer als Feuersbrunst, Hungersnot, Deichbruch, große Dürre, schlimmste Heuschreckenplage, Giftgas.“[7] Landauer handelte im Interesse des Clubs, dessen Wohlergehen ihm nach wie vor am Herzen lag und so glaubte er, diesen Schritt unbedingt tun zu müssen. Am 30. April 1933 verliert Landauer seine Anstellung als Abteilungsleiter der Anzeigenverwaltung des Verlags Knorr & Hirth, Herausgeber der  „Münchner Neuesten Nachrichten“. Er findet einen neuen Arbeitsplatz bei der Wäschefirma Rosa Klauber. Die Firma wird von den jüdischen Brüdern Siegfried, Ernst und Ludwig Klauber geführt. Ernst und Ludwig sind Mitglied des FC Bayern. Auch Otto Albert Beer, einer der Baumeister der überaus erfolgreichen Jugendabteilung beim FC Bayern, zieht sich zurück. Richard Dombi geht in die Schweiz, wo er 1934 den FC Basel übernimmt. Lange bleibt er nicht in der Grenzstadt. Anfang 1935 versichert sich Feyenoord Rotterdam seiner Dienste. 1936 und 1938 wird Feyenoord mit Dombi Meister der Niederlande.

 

Für den 1. April 1933 rufen die neuen Machthaber reichsweit einen „Judenboykott“ aus. Auch in München kommt es zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen jüdische Geschäfte und Einrichtungen. Die bayerische Metropole, der Hitler 1935 den Ehrentitel „Hauptstadt der Bewegung“ verleihen wird, ist mit besonderem Eifer dabei. Dem antisemitischen Aktionstag folgt unmittelbar der Erlass des Gesetzes „zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“. Einige der Turn- und Sportverbände reagieren umgehend mit der Übernahme des „Arierparagraphen“ in ihrem Wirkungsbereich und mit dem Ausschluss ihrer jüdischen Mitglieder. Den Anfang machen die Turner. Am 8./9. April 1933 bekennt sich der Hauptausschuss der Deutschen Turnerschaft (DT) einstimmig zum „arischen Grundsatz“ und beschließt die Einführung eines „Arierparagraphen“. Als nächster ist der Süddeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (SFLV) an der Reihe, in dessen Reihen am 9. April 1933 folgende Erklärung verabschiedet wird: „Die unterzeichneten, am 9. April 1933 in Stuttgart anwesenden, an den Endspielen um die süddeutsche Fußballmeisterschaft beteiligten Vereine des Süddeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes stellen sich freudig und entschieden den von der nationalen Regierung auf dem Gebiet der körperlichen Ertüchtigung verfolgten Besprechungen zur Verfügung und sind bereit, mit allen Kräften daran mitzuarbeiten. Sie sind gewillt, in Fülle dieser Mitarbeit alle Folgerungen, insbesondere in der Frage der Entfernung der Juden aus den Sportvereinen, zu ziehen.“[8] Zu den Unterzeichnern gehören alle bedeutenderen Klubs aus dem Süden. So auch der FC Bayern, an dessen Spitze noch 18 Tage zuvor der deutsche Jude Kurt Landauer stand. Mit dieser Erklärung der süddeutschen Vereine endet am 9. April 1933 ein halbes Jahrhundert deutschen Fußballsports, eine Epoche, in der Funktionäre und Spieler, unabhängig von ihrer kulturellen, religiösen oder nationalen Herkunft, die Entwicklung des Fußballs gefördert haben.

 

Wenig später lässt die DFB-Führung über den „Kicker“ folgende Erklärung verbreiten: „Der Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes und der Vorstand der Deutschen Sport-Behörde halten Angehörige der jüdischen Rasse, ebenso auch Personen, die sich als Mitglieder der marxistischen Bewegung herausgestellt haben, in führenden Stellungen der Landesverbände nicht für tragbar. Die Vereinsvorstände werden aufgefordert, die entsprechenden Maßnahmen, soweit diese nicht bereits getroffen sind, zu veranlassen.“[9]

 

Die konkrete Umsetzung dieser Vorgabe wird den Vereinen überlassen, von denen sich nun viele eifrig der „Judenfrage“ annehmen. Der DFB-Vorsitzende Linnemann legt eine Mustersatzung für die DFB-Vereine vor, in der von beitrittswilligen Spielern auch die Angabe ihres Glaubens verlangt wird. Worum es dabei geht, wird aus den anhängenden Erläuterungen ersichtlich: „Die Frage nach der Religion ist so auszubauen, dass die Abstammung rassenmäßig überprüft werden kann.“[10] Selbst den Nazis wird bei diesem Tempo unheimlich. Während der Fußball und auch andere Sportverbände sich gar nicht schnell genug von ihren jüdischen Mitgliedern trennen können, gibt sich die nationalsozialistische Sportführung zunächst zurückhaltend. Denn erst einmal müssen die Olympischen Spiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen und vor allem in Berlin über die Bühne gebracht werden. Das Regime fürchtet, dass ein zu militantes und radikales Vorgehen die Vorbehalte im Ausland gegenüber den „Nazi-Spielen“ schüren und den geplanten Propagandacoup gefährden könnte. Deshalb ist die Ausgrenzung der Juden aus dem deutschen Sport zunächst diskret zu betreiben. 

 

Sperrige Fußballer

Den fc Bayern auf politische Linie zu bringen, erweist sich als eine zähe Angelegenheit. Zwar gibt es auch beim FC Bayern schon vor 1933 überzeugte Nazis, doch die bilden zunächst nur eine kleine Minderheit im Klub. Nationalsozialistische Gesinnung war insbesondere in der Skiabteilung stark vertreten, einem Sammelbecken der „Jungen und Unzufriedenen“. Dabei ging es nicht nur um Politik, sondern auch das Gewicht der Fußballer gegenüber den anderen Abteilungen im Klub. Die nationalsozialistische Machtübernahme bedeutete einen gewaltigen Eingriff in das innerste Gefüge des fc Bayern. In einer Festschrift des Klubs aus dem Jahr 1950 heißt es:

 

„Die Parteipolitik und der wie Gift ausgestreute Rassenhass machte auch vor der sportlichen Kameradschaft nicht halt. Immer schon hatte man im Klub die Anschauung vertreten, dass jeder anständige Mensch, gleich welcher Rasse oder Religion, Platz beim Sport finden könne. Dieser Grundsatz verlor plötzlich durch Regierungsbefehl seine Berechtigung. (…) Es kamen die Rassengesetze und mit ihnen der Arierparagraph. Damit aber auch das Ausscheiden vieler (Hervorhebung d.A.) alter und treuer Bayern, die in unseren Reihen nichts anderes kannten, als gleich allen übrigen Mitgliedern am Aufbau des Klubs mitzuarbeiten, sich an seinen sportlichen Siegen und Erfolgen zu freuen und Rückschläge und Niederlagen mit tragen zu helfen.“[11]

 

Der gesamte interne Vereinsbetrieb sei für einige Jahre durcheinandergeraten. „Viele Männer zogen sich von ihren Ämtern zurück. Andere witterten Morgenluft und glaubten im Trüben fischen zu können. Auch begannen gewisse Kräfte jetzt schon mit dem Wettlauf um die Gunst der neuen Herrscher im Staate. Die Leitung versuchte, sich dem Neuen wenigstens im Sport entgegenzustellen, aber schließlich waren die Ereignisse stärker als der Wille eines einzelnen.“[12] Fast scheint es so, als habe den Verein im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme eine tiefe Spaltung erfasst. Auf der einen Seite die gegenüber dem Nationalsozialisten eher distanzierten Fußballer, die durch Landauers Abgang an Stärke einbüßen; auf der anderen die Skiabteilung und andere, die durch die neuen Verhältnisse Oberwasser bekommen. Die Fußballer des FC   Bayern zeigen sich sperrig gegenüber den neuen Machthabern, denn diese haben die Architekten ihres Aufstiegs zur nationalen Topadresse verjagt. Der visionäre Präsident ist weg, der Meistertrainer ebenfalls. Und die jüdischen Sponsoren fallen nun ebenfalls aus. Die „jüdischen“ Kaufhäuser Hermann Tietz am Hauptbahnhof und Uhlfelder im Rosenthal ließen ihre Betriebsmannschaften unterm Dach der Bayern kicken. Zudem erfreute sich der Klub der finanziellen Unterstützung durch die jüdischen Textilkaufleute in der Stadt, die nun wegfallen: etwa die der Familie Landauer („Otto Landauer. Kgl. Bayr. Hoflieferant. Damenmoden. München. Kaufingerstr.26“), Otto Albert Beer (Firma „Theilheimer & Beer“), Heinrich Raff, Berthold Koppel, Leopold Moskowitz, Siegfried Sundheimer und der bereits erwähnten Gebrüder Ernst, Ludwig und Siegfried Klauber („Rosa Klauber GmbH“). In der 50-Jahre-Festschrift heißt es hierzu etwas nebulös: „Finanziell schnitt der Club infolge der mit der völligen Umgestaltung aller Verhältnisse verbundenen Schwierigkeiten nicht günstig ab. Nach langer Zeit musste man sich beim F.C. Bayern wieder bequemen, sich nach einer recht sparsam zugeschnittenen Gelddecke zu strecken.“[13] Sportlich versinkt der Deutsche Meister von 1932 im Mittelmaß. 

 

Der Schatten-Präsident

Wie viele Juden es beim FC Bayern waren, lässt sich nicht genau sagen. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass es weit mehr als nur die bekannten Namen Landauer, Dombi und Beer waren. Von vielen hat man gar nicht gewusst. Man hat erst viel später erfahren, dass sie Juden waren – nachdem sie aus dem Verein austreten mussten. Von manchen unter ihnen hat man auch nie erfahren, was unter den Nazis aus ihnen geworden ist.

 

Auch wenn Kurt Landauer offiziell keine Funktionen mehr bekleidet, so mischt er doch aus dem Hintergrund noch einige Jahre mit. Ohnehin können die Skifahrer nicht vollständig die Macht im Verein erobern. Die Führung bleibt zunächst in der Hand der Fußballer. Erster Nachfolger Landauers wird sein langjähriger Mitstreiter und Kriminal-Oberinspekteur Siegfried „Siggi“ Herrmann, der als Leiter der Abteilung VId – Politische Abteilung“ mit den Nazis wiederholt aneinandergeraten ist und von diesen als „politisch unzuverlässig“ eingestuft wird. Herbert Moll, der 1936 zum Kader der deutschen Olympia-Fußballer gehörte, gewährte den Journalisten Gerd Fischer und Ulrich Lindner in einem 1999 geführten Interview eine aufschlussreiche Innensicht. Herrmann sei mit Landauer „innigst verbunden“ gewesen. „Aus dem Grund war das so, dass es gar nicht so aufgefallen ist, dass der Herrmann da gewirkt hat, da war der Landauer immer noch im Schatten. (...) Landauer war zwar in den Jahren nach 1933 nicht mehr Präsident, war aber bei Feiern noch da und auf dem Fußballplatz. Der hat im Hintergrund gewirkt.“[14] Zumindest bis 1937 verkehrt Landauer noch im Milieu des Klubs. Moll: „Wenn man ihn dann gesehen hat, mit seinem gelben Stern, dann hat man Grüß Gott gesagt, und das hat ihn dann irgendwie beruhigt, dass ihn manche noch gekannt haben.“ Aber „plötzlich war er weg“.[15]

 

Es ist kein offener Widerstand, der den Nazis aus dem FC Bayern entgegenschlägt. Mehr eine Mischung aus Lustlosigkeit und Hinhaltetaktik. Der Landauer-Vertraute „Siggi“ Herrmann spielt gegenüber den Nazis zunächst auf Zeit und versucht die zumindest anfangs existierenden Spielräume zwischen Müssen und Können voll auszuschöpfen. Ein Ausschluss der Juden im vorauseilenden Gehorsam, wie ihn viele andere Vereine praktizieren, findet beim FC Bayern nicht statt. Wer weiß schon, wie lange der braune Spuk dauern wird.

 

Am 9. Juni 1934 tritt beim FC Bayern eine neue Satzung in Kraft. Diese bestätigt zwar das von den Nazis geforderte „Führerprinzip“, beinhaltet aber auch die Einrichtung eines Ältestenrats, der dem „Vereinsführer“ beratend zur Seite stehen und in „allen lebenswichtigen Fragen des Klubs“ gehört werden soll. Außerdem steht dem Ältestenrat die Schlichtung aller internen Streitfälle als letzte Instanz zu, wie er auch die Ehrenmitglieder des Klubs ernennt. Auf  Beschluss des Ältestenrats hat der „Führer“ eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen.“ Der „§ 8 Aeltestenrat“ regelt dann die Mitgliedschaft in diesem Gremium und diese schließt automatisch auch die Mitgliedschaft der langjährigen verdienten jüdischen Aktivisten ein. Mit Hilfe des Ältestenrats behält man sie innerhalb der Klub-Strukturen. Im Ältestenrat wird gewissermaßen der „Vor-1933-FC Bayern“ geparkt – einschließlich seiner Juden. In den „Klubnachrichten“ vom Juni 1934 werden alle Mitglieder namentlich genannt, die dem Klub vor dem 1.Weltkrieg beigetreten sind und folglich dem „Ältestenrat“ angehören. Darunter auch jüdische Mitglieder wie Kurt Landauer, Leo Landauer, Otto Beer, Heinrich Raff, Leopold Schacherl und Kurt Lauchheimer. Allerdings gibt es auch die ersten Austritte jüdischer Mitglieder zu verzeichnen. So meldet die gleiche Ausgabe der „Klubnachrichten“ den Austritt von Ernst und Ludwig Klauber. Mit 109 Gründungsmitgliedern ähnelt der „Ältestenrat“ von seiner Größe her allerdings eher einem Parlament. Für die Nazis im Klub ist er eine Verwässerung des „Führerprinzips“ und zu viel Parlamentarismus.

 

KZ und Emigration

Im Jahr 1938 eskalieren die Gewaltmaßnahmen gegen Juden und finden ihren Höhepunkt in der Reichspogromnacht vom 9./10. November. Kurt Landauer wird am 10. November 1938 von seinem Arbeitsplatz, dem Wäschegeschäft Rosa Klauber, abgeholt und nach Dachau gebracht. Neben dem Ex-Präsidenten Landauer wurden an diesem 10. November mindestens zwei weitere Bayern in Dachau interniert: Ex-Jugendfunktionär Otto Albert Beer und Berthold Koppel. Kurt Landauer kommt nach 33 Tagen wieder frei, weil er ein „früherer Frontkämpfer“ ist. Zu seinem alten Arbeitsplatz kann er aber nicht mehr zurückkehren, denn die „Arisierung“ der Rosa Klauber GmbH ist unter den üblichen Bedingungen erfolgt, nach denen u.a. die „nichtarischen“ Angestellten entlassen und die „arischen“ weiterbeschäftigt werden müssen. Der ehemalige Bayern-Präsident ist nun erwerbslos. Er emigriert am 17. Mai 1939 in die Schweiz. In Genf lebt er eine prekäre Existenz. Jegliche wirtschaftliche Tätigkeit wird ihm untersagt.

 

Am 7. November 1943 gastiert der FC Bayern in Zürich, um gegen die Nationalelf der Schweiz ein Freundschaftsspiel zu bestreiten. Zu diesem Zeitpunkt können deutsche Mannschaften nur noch in verbündeten, neutralen oder besetzten Ländern auflaufen. Vor der Reise in die Schweiz werden die Spieler ins Sicherheitsamt beordert, wo man ihnen einige Auflagen mitteilt. Magdalena Heidkamp, Ehefrau des damaligen Bayern-Kapitäns Conny Heidkamp: „Erstens tadelloses Auftreten, zweitens würden Gestapobeamte mitfahren, damit den jungen wehrmachtswilligen Spielern nicht einfallen würde, im Ausland zu bleiben, drittens sei es möglich, dass deutsche Emigranten versuchten, mit den Spielern Kontakt aufzunehmen. Jede Annäherung werde strengstens bestraft.“[16] Was die letzte Auflage betrifft, so hat man wohl Kurt Landauer im Sinn, der ja mittlerweile in der Schweiz lebt und tatsächlich im Stadion erscheint, um das Spiel von der Tribüne aus zu verfolgen. Ein Versuch Landauers, mit der Mannschaft in Kontakt zu treten, wird von der Gestapo unterbunden. Eine andere Sympathiekundgebung hingegen kann die Gestapo nicht verhindern: Nach dem Abpfiff im Stadion Hardturm läuft die Mannschaft in Richtung Tribüne und winkt ihrem ehemaligen Präsidenten zu. 

 

Überlebende und Ermordete

Kurt Landauer überlebt die Shoa im Schweizer Exil. Vier seiner fünf Geschwister, darunter auch die Bayern-Mitglieder Franz und Leo, werden von den Nazis ermordet. Außer ihm überlebt nur noch Schwester Henny. Mit Ehemann Julius Siegel und zwei Kindern konnte sie sich rechtzeitig nach Palästina retten. Walther Bensemann war bereits 1933 in die Schweiz emigriert, wo er im November 1934 in Montreux im Haus des Freundes und späteren IOC-Mitgliedes Albert Mayer stirbt. Der Jugendfunktionär und Textilkaufmann Otto Albert Beer und seine Familie werden ermordet. Ebenso die Textilkaufleute Berthold Koppel und Siegfried Sundheimer. Siegfried Weisenbeck begeht vermutlich Selbstmord. Den Textilkaufmann Heinrich Raff schützt eine „Mischehe“ zunächst vor der Deportation. Aber das Ehepaar kommt bei den Fliegerangriffen auf München am 12. Juli 1944 ums Leben. Nichts bekannt ist über Heinrich Reitlinger, der in der 50-Jahre-Festschrift des FC Bayern ebenfalls als Opfer des Nationalsozialismus aufgeführt wird. Bayerns „Meistermacher“ Richard Dombi überlebt den Holocaust in Rotterdam. Wie er der deutschen Besatzung und Bombardierung Rotterdams entgeht, ist unbekannt. Möglichweise durch Konvertieren zum Protestantismus. „Dori“ Kürschner, Bayerns erster jüdischer Trainer, hat Europa 1937 verlassen und ist nach Brasilien emigriert. Im April 1937 übernimmt er den Rio de Janeiro-Klub Flamengo. Kalman Konrad übernimmt 1933 den „Juden-Klub“ Slavia Prag, mit dem er 1934 und 1935 die Meisterschaft und 1935 den Pokal gewinnt. Von 1936 bis 1938 betreut er die Nationalmannschaft Rumäniens, 1937 bis 1939 den FC Zidenice in Brünn. Im März 1939, wenige Tage bevor die Slowakei den gemeinsamen Staat mit den Tschechen verlässt und die Wehrmacht in die so genannte „Rest-Tschechei“ einmarschiert (die dann zum Reichsprotektorat Böhmen-Mähren wird), geht Konrad nach Schweden – auf Einladung des dort lebenden jüdischen Journalisten Peter Brie, einem gebürtigen Berliner. In Schweden trainiert Kalman Konrad den Örebro SK und Atvidaberg FF und nach dem Krieg Malmö FF sowie weitere Klubs. Leo Weisz trainiert nach dem FC Bayern zunächst in Schlesien die Sportfreunde Breslau (1929), dann Kickers Würzburg (1930-31) und Alemannia Aachen (1932). 1933 verlässt er Deutschland in Richtung Schweiz, wo er verschiedene Vereine betreut. Ludwig und Ernst Klauber emigrieren 1939 in die USA. Auch Eugen Klippstein, ehemals Vergnügungswart, Leopold Moskowitz und Harry Engel finden eine neue Heimat in den usa. Fritz Rottenheim emigriert nach Kanada. Der Bettenfabrikant Otto Billigheimer überlebt den Holocaust in England. Kurt Lauchheimer, der sich im Jugendfußball des FC  Bayern engagiert hatte, geht nach Johannesburg in Südafrika und wird dort Geschäftsführer einer Großbäckerei. Der Antiquitätenhändler Leopold Schacherl, ein ehemaligen Außenstürmer der 1. Mannschaft, entkommt nach Paris und kehrt nach dem Krieg nach München zurück. Dr. Hermann Schülein, seit 1927 Bayern-Mitglied und bis 1935 Generaldirektor von Löwenbräu, verlässt München im Dezember 1935 und emigriert zunächst in die Schweiz und von dort zieht er 1936 weiter in die USA . Kurt Horwitz, Schauspieler, Theaterregisseur und Theaterintendanten, Mitglied des FC  Bayern und der dem Klub angeschlossenen Fußballmannschaft der Münchener Kammerspiele, in der auch Kurt Meisel und Heinz Rühmann kickten, emigriert 1933 nach Zürich. 1952 kehrt Horwitz nach München zurück, wird Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels und schließt sich 1953 erneut dem FC Bayern an. 

 

Erster Nachkriegspräsident: Josef Bayer

Am 30. April 1945 finden die amerikanischen Befreier in München lediglich 84 überlebende Juden vor. Zu denen, die der Vernichtung entgehen konnten, gehört Alfred Bernstein, Torwart der Bayern-Mannschaft, die in der Saison 1925/26 erstmals die Süddeutsche Meisterschaft gewann, süddeutscher Auswahlspieler und „einst der Liebling der Münchner Fußballgemeinde“, wie die Zeitschrift des jüdischen Sportbundes „Schild“ Ende August 1933 in einem Artikel über jüdische Fußballstars in Deutschland und Österreich stolz schrieb. In den NS-Jahren hatte Bernstein wiederholt Probleme mit der Gestapo bekommen. Obwohl nach den Nürnberger Gesetzen Jude, konnte sich Bernstein erfolgreich darauf berufen, dass er protestantisch getauft und konfirmiert war.

 

Seit dem 4. Mai 1945 heißt Münchens Oberbürgermeister wieder Karl Scharnagel. Mit ihm, dem alten Landauer-Bekannten, und dem demokratischen Neuanfang wittert der FC Bayern seine Chance. Nur eine Woche nach der Kapitulation trifft beim Oberbürgermeister ein Schreiben des Klubs ein, in dem dieser verdeutlicht, auf welcher Seite er stand und steht. Der FC Bayern schwört dem Stadtoberhaupt, „treu und bedingungslos beim Aufbau der Demokratie Folgschaft zu leisten“. Der Verein vergisst dabei nicht zu erwähnen, „dass wir als ‚Juden-Club’, der es ablehnte, sich eine nationalsozialistische Vereinsführung aufzwingen zu lassen, mit allen Mitteln gedrückt wurden“.[17]

 

Erster Nachkriegs-Präsident wird Josef Bayer, ein prominenter Münchener Bankier. Seit den 1920ern war er im jüdischen Bankhaus Aufhäuser tätig, von den 1920ern bis 2002 Hausbank des FC Bayern. Seine Frau ist Jüdin, die zum Katholizismus konvertierte. Als Aufhäuser 1938 als eine der letzten und bedeutendsten Privatbanken arisiert wurde, behielt Bayer seine Position – trotz der jüdischen Gattin, einer engen Freundschaft mit der Familie Aufhäuser und einer bekannt anti-nationalsozialistische Haltung. Die Familie Aufhäuser konnte über die Niederlande in die USA entkommen. Im Kontext mit dem Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Bayer festgenommen und verbrachte zwei Monate in Lagerhaft. 

 

Die Rückkehr des Kurt Landauer

Ende Juni 1947 meldet das „Sport-Magazin“: „Kurt Landauer, süddeutscher Fußballpionier, ist zurück aus der Emigration.[18] Der 63-Jährige bezieht eine Wohnung in Schwabing zwischen Leopoldstraße und Ungererstraße gelegen. Dort bleibt er bis zu seinem Tod im Dezember 1961. Dass Landauer nach München zurückkehrt, ist ebenso erstaunlich wie bewundernswert – zumal in Anbetracht des Schicksals seiner Familie. Was 1947 noch an Verwandtschaft existiert, lebt in Palästina oder Kalifornien. Andreas Heusler vom Münchener Stadtarchiv wertet Landauers Entschluss zur Rückkehr und sein erneutes gesellschaftspolitisches Engagement als „eher singuläre Erscheinung. Nur wenige der aus München vertriebenen Juden konnte sich nach den demütigenden und lebensbedrohenden Erfahrungen der NS-Zeit zu diesem Schritt durchringen.“[19]

 

Vielleicht ist es die Heimatverbundenheit des „bayerischen Urviehs“. Vielleicht auch die Geschichte seines Klubs, die den Glauben an eine auch in dunklen Zeiten einigermaßen intakte Eigenwelt erlaubt. Immerhin hat man Kontakt zum vertriebenen Präsidenten gehalten, und auch die Geste von 1943, als die Mannschaft dem Exilanten in Zürich zuwinkte, dürfte bei Landauer Eindruck hinterlassen haben. Zudem kehrt Kurt Landauer als Sieger zurück. Die Nazis haben ihn nicht vernichten können. Der Klub hat ohne ihn an sportlicher und gesellschaftlicher Reputation verloren. Aber gibt es etwas Besseres als einen Juden an der Klubspitze, um gegenüber den Alliierten Glaubwürdigkeit zu demonstrieren? Nur wenige Wochen nach seiner Rückkehr, am 19. August 1947, wird Kurt Landauer zum vierten Mal zum Präsidenten des FC Bayern gewählt. Siegfried Herrmann wird sein Vizepräsident. Als ob zwölf Jahre NS-Regime nur ein böser Traum gewesen wären – der FC Bayern wird nun wieder von dem Duo geführt, das den Klub 1932 zur Deutschen Meisterschaft geleitet hat.  

 

Für den fc Bayern ist der Heimkehrer Landauer von unschätzbarem Wert. Die Alliierten stehen dem deutsche Vereinswesen misstrauischen gegenüber und betrachten auch Sportvereine zunächst als „mächtiges Werkzeug zur Verbreitung von Nazilehren und Einprägung von Militarismus[20], wie es in einer Verordnung vom September 1945 heißt. Vielerorts sind es unbescholtene Sozialdemokraten und Sozialisten, erwiesene Gegner des NS-Regimes, die ihren Verein nun mit alliierter Billigung neu positionieren. Der FC Bayern kann sogar mit einem Juden aufwarten. Der zur Emigration gezwungene jüdische Heimkehrer Landauer verleiht der anti-nazis-tischen/demokratischen Gesinnung des fc Bayern Glaubwürdigkeit. Dies sichert dem Klub gegenüber dem TSV 1860, dem die neuen politischen Herrscher nun aufgrund seiner Verstrickung mit dem NS-Regime reserviert begegnen, einen gewissen Startvorteil beim Neuanfang. Doch Landauer ist alles andere als nur ein Aushängeschild. Landauer beschafft dem Klub Fördermittel, und es ist seiner Autorität und Hartnäckigkeit zu verdanken, dass der FC Bayern an der Säbener Straße eine neue und dauerhafte Heimat findet und vernünftige Trainingskapazitäten erhält. Später stellt er dem Klub von seinem ersten Wiedergutmachungsgeld 10.000 DM als Darlehen zur Verfügung.  

 

Anders als der Lokalrivale 1860 München muss der FC Bayern weder Abbitte leisten noch den Bittsteller spielen, sondern kann sich selbstbewusst als Partner im Prozess der Entnazifizierung und Redemokratisierung präsentieren. Der Münchner Stadthistoriker Ingo Schwab: „Landauer räumt mit diplomatischem Geschick wie auch mit energischem, gelegentlich rücksichtslosem Vorgehen seinem Verein die Steine aus dem Weg. Statt um Hilfe zu bitten, bietet Landauer Hilfe an.“ Kurt Landauer wird auch Vorsitzender der Interessensgemeinschaft der süddeutschen Vertragsspielervereine. Der 1933 durch eine unheilige Allianz von NS-Führung und DFB-Führung gestoppte Kampf für eine Legalisierung des Professionalismus wird wieder aufgenommen. Kurt Landauers Themen sind nach seiner Rückkehr die gleichen wie vor seiner Emigration: Die Macht der Verbände, die die großen und ambitionierten Klubs in ihrer Entwicklung gängeln, sowie die rigide und weltfremde Amateurideologie des DFB .  

 

Abwahl und Versöhnung

Als Kurt Landauer sich 1951 für eine fünfte Amtszeit zur Verfügung stellt, bringt ihn eine vereinsinterne Opposition zu Fall. Hans Schiefele: „Für Kurt Landauer war es seine schlimmste Niederlage, glaub’ ich – nach dem Exil, nach den Nazis –, dass sie ihn abgewählt haben. Also mir hat er leid getan, ich habe damals natürlich, selbstverständlich, für Kurt Landauer gestimmt. (...) Er war ein Mann, der die Bayern geprägt hat wie kein anderer.“[21]

 

Dass die Mitglieder ihn einfach so abwählen, ihn, den verdienstvollen Präsidenten und Architekten des Aufstiegs zu einem deutschen Spitzenklub, das Opfer des Nationalsozialismus und die wichtigste Eintrittskarte in das redemokratisierte Deutschland, muss Landauer schwer getroffen haben. Dies hat ihn wohl auch an seinen Abgang 1933 erinnert. Der verfolgte Jude, so erscheint dieser Vorgang, hat seine Schuldigkeit getan. Am 23. Mai 1949 ist die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden. Die exekutive Macht geht von der alliierten Militärregierung auf das neue Bundeskabinett über. Leute wie Kurt Landauer benötigt man nun offenbar nicht mehr als Ausweis politischer Läuterung. Man muss auf sie auch keine Rücksicht mehr nehmen. Für Kurt Landauer war der FC Bayern zu einem Lebensinhalt und zu einer Lebensaufgabe geworden. All sein Sinnen und Trachten und all seine Arbeit war nur darauf gerichtet, seinem FC  Bayern eine gebührende Stellung im deutschen Sportleben zu verschaffen. Niemals in der Clubgeschichte hat es einen Mann gegeben, der so seine ganze freie Zeit seinem Club geopfert hat, wie dies Landauer tat.

 

Drei Monate später kommt es zur Versöhnung zwischen dem FC Bayern und Landauer. Im September 1951 berichtet die „Clubzeitung“ auf ihrer ersten Seite über einen Besuch der neuen Klubführung bei Landauer in der Virchowstraße, die dem ehemaligen Präsidenten zur 50-jährigem Mitgliedschaft gratuliert. „Sie sind hier herausgefahren ihrem Ehrenvorsitzenden Kurt Landauer zu gratulieren und sie werden erwartet. In diesem Monat Juli 1951 sind es 50 Jahre, dass Kurt Landauer Mitglied des fc Bayern geworden ist, dem er jahrzehntelang an leitender Stelle vorgestanden und dem er gewissermaßen sein Gesicht gegeben hat. Fußball-Club Bayern und Kurt Landauer ist in ganz Deutschland ein Begriff geworden. Seine Bayern haben ihn doch nicht vergessen. Und dann geschah es, dass er seine Bayernnadel mit den Brillanten, die ihm 1932 einmalig verliehen wurde und die er am 10. April 1951 abgelegt hatte, wieder an seinem Rockaufschlag befestigte ohne ein Wort zu sagen, aber die drei Gratulanten verstanden die Geste.“[22] 

 

Vergessen und Erinnern

Später beginnt das große Vergessen. Siegfried Herrmann, der mit Landauer die Brücke zwischen dem FC Bayern vor 1933 und nach 1945 bildete, spielt im Klub keine Rolle mehr. Außerdem wird die Geschichte des Klubs vor der Gründung der Bundesliga bald von einer unglaublichen Erfolgsserie verdrängt. Der zeitliche Abstand zum Meistertitel von 1932 ist dabei so groß, dass in Vergessenheit gerät, dass der Klub bereits vor 1933 zu den Besten Deutschlands gehörte und eine modernisierende Kraft war. 1965 steigt der fc Bayern in die Bundesliga auf. 1966 gewinnt der FC Bayern den DFB-Pokal, 1967 den Europapokal der Pokalsieger und erneut den DFB-Pokal und 1969 das „Double“ aus Meisterschaft und Pokal. Fünf Trophäen binnen von nur vier Spielzeiten lassen vergangene Erfolge verblassen – zumal zwischen der Meisterschaft von 1932 und den Triumphen in der zweiten Hälfte der 1960er gleich mehrere Zäsuren liegen: Das Ende der Weimarer Republik bzw. die Machtübernahme durch die Nazis, der Zweite Weltkrieg und das Ende des Nazi-Reiches, die Gründung der Bundesrepublik Deutschland und sportlich die Gründung der Bundesliga. Erst ein gutes halbes Jahrhundert nach dem Ende des 2. Weltkriegs beginnt man sich wieder der Juden im deutschen Fußball zu erinnern. Auch beim FC Bayern, wo sich Karl-Heinz Rummenigge auf der Mitgliederversammlung 2009 vor dem jüdischen Präsidenten verneigt. Landauer zähle zu den „schillerndsten und herausragendsten Persönlichkeiten“[23] in der Geschichte des Klubs und habe den FC Bayern „bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts wie kaum ein anderer geprägt.“[24] 

 

Weiterführende Literatur zum Thema:

Beyer, Bernd M.: Der Mann, der den Fußball nach Deutschland brachte. Das Leben des Walther Bensemann. Ein biografischer Roman, Göttingen 2014 (erweiterte Neuausgabe); Claussen, Detlev: Béla Guttmann. Weltgeschichte des Fußballs in einer Person, Berlin 2006; Ders.: Dribbeln und passen.: Vom Gentlemanspiel zum Profifußball, in: Jüdisches Museum Frankfurt a.M./Jüdisches Museum Franken (Hrsg.): Kick it like Kissinger. Ein Fußballalphabet, Frankfurt a.M./Fürth 2006 (S. 61–93); Forster, David/Rosenberg, Jakob/Spitaler, Georg (Hrsg.): Fußball unterm Hakenkreuz in der „Ostmark“, Göttingen 2014; Heinrich, Arthur: Als Jude im deutschen Fußball. Die drei Leben des Martin Abraham Stocker, Göttingen 2014; 11 Freunde (Hrsg.): Verlorene Helden. Von Gottfried Fuchs bis Walther Bensemann – Die Vertreibung der Juden aus dem deutschen Fußball nach 1933, 2014 (Autoren und Mitarbeiter: Lorenz Pfeiffer, Henry Wahlig, Finn Langer); Pfeiffer, Lorenz/Schulze-Marmeling, Dietrich (Hrsg.): Hakenkreuz und rundes Leder. Fußball im Nationalsozialismus, Göttingen 2008; Schulze-Marmeling, Dietrich: Der FC Bayern und seine Juden. Aufstieg und Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur, Göttingen 2013 (2., erweiterte Auflage); Ders. (Hrsg.): Davidstern und Lederball. Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball, Göttingen 2003;



[1] Schulze-Marmeling, Dietrich, Der FC Bayern und seine Juden. Aufstieg und Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur, Göttingen 2011, 8f. Siehe ausführlich: Eisenberg, Christiane, „English Sports“ und deutsche Bürger. Eine Gesellschaftsgeschichte 1800-1939, Paderborn 1999.

[2] Ebd. 9.

[3] Ebd. 12.

[4] Ebd. 13.

[5] Ebd. 110. Siehe dazu: FC Bayern München (Hg.), 50 Jahre FC Bayern München, München 1950.

[6] Ebd. 115.

[7] Ebd. 122.

[8] Ebd. 125.

[9] Ebd. 128.

[10] Ebd. 128.

[11] Ebd. 159. Siehe dazu: FC Bayern München (Hg.), 50 Jahre FC Bayern München, München 1950.

[12] Ebd. 159.

[13] Ebd. 162.

[14] Ebd. 163f.

[15] Ebd. 164.

[16] Ebd. 167.

[17] Ebd. 197.

[18] Ebd. 199.

[19] Ebd. 199.

[20] Ebd. 201.

[21] Ebd. 209.

[22] FC Bayern München (Hg.), 50 Jahre FC Bayern München, München 1950.

[23] Ebd. 230.

[24] Ebd. 230.

 

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