Kirche und Israel - Neukirchener Theologische Zeitschrift

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Mitri Rahebs Rede an der „Christ-at-the-Checkpoint“ Konferenz 2010


Die erste Christ at the Checkpoint Konferenz fand vom 12. – 17. März 2012 in Bethlehem statt und stand unter dem Motto Theology in the Service of Peace and Justice (Theologie im Dienste von Frieden und Gerechtigkeit). Diese Konferenz wurde vom Bethlehem Bible College unter Beteiligung des Holy Land Trust organisiert. Es nahmen mehr als 250 Teilnehmer aus 20 Nationen teil.


Die Rede von Mitri Raheb trug den Titel: Contextual Palestinian Theology as it Deals with Realities on the Ground


Nachfolgend die deutsche Übersetzung dieser Rede durch Dr. Hartmut Lenhard:


Guten Morgen und Dank Ihnen, Dr. Hanna, für diese Einführung. Es ist mir eine Freude, hier bei Ihnen allen zu sein und es ist für mich wirklich großartig zu sehen, dass das Bibel College diese große Konferenz organisiert hat. Nicht nur habe ich an dem Bibel College vor langer Zeit selbst unterrichtet, ich habe hier auch ein Jahr studiert, bevor ich nach Deutschland gegangen bin; so gibt es eine lange Geschichte der Wechselbeziehung zum Bibel College. Es ist auch großartig, so viele Freunde hier zu sehen. Ich hatte den Wunsch, dass Rev. Naim vor mir sprechen sollte, ich habe das Gefühl, dass er einer meiner Lehrer ist und nun muss ich vor ihm sprechen. Denn er wird über Sabeel (Anm.: Sabeel Ecumenical Liberation Theology Center) sprechen und ich werde mehr über eine Theologie im palästinensischen Kontext sprechen.

Und was ich Ihnen heute vortragen werde, ist tatsächlich neu. Sie müssen sich ein wenig darauf einstellen, weil es eine neue Art des Denkens ist. Der Vortrag wird für Sie vielleicht ein bisschen bis an die Grenze gehen.

Ich bin froh, dass hier keine Tomaten auf den Tischen liegen, so dass niemand diese auf mich werfen wird. Aber dies ist wirklich das Ergebnis meiner theologischen Arbeit besonders in den letzten fünf Jahren, in denen ich wirklich versuchte, die Bibel mit palästinensischen christlichen Augen zu lesen. Ich denke, der Unterschied zwischen diesem Vorgehen und vielen anderen Vorgehensweisen, sogar meinen früheren Vorgehensweisen, ist, dass ich denke, dass wir alle bis vor kurzem, sogar als Palästinensische Theologen, nach dem Rhythmus der europäischen Theologie des 19. Jahrhunderts getanzt haben; wir haben hier zu reagieren versucht, wir haben dort zu reagieren versucht, wir haben versucht, hier und da etwas zu verändern, aber die Prämissen, die Systeme des Denkens, waren immer noch die des europäischen 19. Jahrhunderts. Hier spüre ich, und vielleicht zum ersten Mal, dass wir wirklich wieder mit dem Kontext beginnen. Ich sage das, um Sie etwas vorzuwarnen und hoffentlich können Sie (Anm.: mir folgen?).

Und lassen Sie mich mit drei Prämissen beginnen, die für Sie wichtig sind, damit Sie das ganze Konzept verstehen, das ich Ihnen heute vortragen werde.

Die erste Voraussetzung ist: Die Bibel konnte nirgendwo anders als in Palästina geschrieben werden. Dies ist für mich eine  Voraussetzung. Sie konnte nicht in Ägypten geschrieben werden, sie konnte nicht im Iran geschrieben werden, sie konnte nicht in Rom geschrieben werden, außer vielleicht einige kleine Teile, aber sie ist mit diesem Land verbunden. So, das ist die erste Voraussetzung.

Die zweite Voraussetzung ist, dass das palästinensische Volk und ein Teil des jüdischen Volkes die Fortführung der Völker des Landes sind. Es ist nicht Israel, gemäß dem, was ich Ihnen vortragen werde. Sie werden sehen, warum.

Tatsächlich repräsentiert Israel das Rom der Bibel, nicht das Volk des Landes. Und dies nicht nur, weil ich ein Palästinenser bin. Ich bin sicher, wenn wir einen DNA-Test zu machen hätten zwischen David, der ein Bethlehemit war, und Jesus, geboren in Bethlehem, und Mitri, geboren gegenüber der Straße, wo Jesus geboren wurde, so bin ich mir sicher, die DNA wird zeigen, dass es da eine Spur gibt.  Würden Sie allerdings König David, Jesus und Netanjahu zusammenbringen, würden Sie kein Ergebnis bekommen, da Netanjahu aus einem osteuropäischen Volksstamm kommt, der im Mittelalter zum Judentum konvertierte. Ich sagte, dass ich ein bisschen bis an die Grenze gehen würde, aber bis jetzt haben Sie es ja überlebt. Ich bin darüber froh.

Und weil ich gegenüber der Straße geboren wurde, wo Jesus geboren ist, habe ich immer gern gesagt, dass es höchst wahrscheinlich ist, dass eine meiner Ururururgroßmütter Jesu Babysitterin war. So, das ist die zweite Voraussetzung, dass wir wirklich auf die palästinensische Stimme hören müssen, wenn wir verstehen wollen, worauf sich das Volk, das in der Bibel erwähnt wird, bezog. Nicht nur wegen der DNA, sondern wegen der Erfahrung, über die ich gleich sprechen werde. Manchmal denke ich, dass besonders Evangelikale dies nicht ernst nehmen. Tatsächlich sind die palästinensischen Christen die einzigen Christen auf der Welt, die, wenn sie über ihre Vorfahren sprechen, ihre tatsächlichen Vorfahren und zugleich ihre Vorfahren im Glauben meinen. Für uns sind sie identisch. Denken Sie darüber nach.

Und die dritte Voraussetzung, die ich gern machen würde, ist, dass ich nicht über das alltägliche Leben, die Fakten im Land, wie im Titel (Anm.: angekündigt), reden werde, sondern über das große Ganze. Wenn Sie das große Ganze wirklich verstehen wollen, ist dies die Art und Weise, wie ich selbst es zu verstehen versuche.

Ich habe sieben Punkte, damit Sie mir folgen können. Dies sind die sieben Säulen einer Theologie, einer christlichen Theologie im palästinensischen Kontext.

Wir beginnen mit dem ersten Punkt: dem Land.

Was ist an diesem Land so besonders? Was ist eigentlich so besonders in diesem Land, wenn Sie das geopolitische Bild ansehen, und nebenbei gesagt, werden Sie eine Menge Parallelen mit Gary Burge’s  Vortrag entdecken. Ich denke, dass dort ein sehr interessanter Dialog stattfindet, aber es ist ein völlig verschiedener Ausgangspunkt und vielleicht auch Endpunkt. Wir werden darüber später zu sprechen haben.

So, was ist wirklich besonders an diesem Land? Wir denken, dass dieses Land, wir wollen es Israel-Palästina nennen, wir denken, dass dieses Land im Zentrum des Universums liegt, richtig? Deshalb liegt in Jerusalem dieses Zentrum der Welt. In antiken Karten liegt Jerusalem immer im Zentrum. Aber tatsächlich ist dies nicht anderes als ein Mythos.

Geopolitisch gesprochen ist dieses Land nichts anderes als ein Land auf der Peripherie. Immer schon. Dies Land ist umgeben von fünf regionalen Mächten. Sie ändern sich ein bisschen, aber nicht sehr viel in den vergangenen 3000 Jahren. Sie haben Persien, heute Iran. Wenn Sie daran denken, dass man Iran loswerden könne, bliebe es (trotzdem) eine regionale Macht. Dann haben Sie entweder Babylonien oder Assyrien.  Eins von beiden. Sie können keinen starken Irak und ein starkes Syrien zur gleichen Zeit haben. Normalerweise ist eine Macht stark und die andere schwach, aber sie sind die zweite Supermacht. Die dritte Supermacht ist Phrygien oder wie wir sie nennen: die Türkei. Die Türkei ist die dritte Supermacht in dieser Region. Wir können das nicht ändern. Dort leben 80 Millionen Menschen. Und dann gibt es noch Europa, Griechenland, Rom.

Diese werden weiterhin eine Hauptmacht ringsum Palästina sein. Und dann gibt es noch Ägypten im Süden. Dies ist das geopolitische Bild der Region. Und in der Mitte, aber nicht wirklich im Zentrum, aber an der Peripherie, gibt es Israel-Palästina. Wenn Sie sorgfältig hinsehen, werden Sie sehen, dass das Land etwas geteilt ist.

So, was ist besonders an dieser geopolitischen Szenerie Israel-Palästinas? Jedes Mal, wenn die regionalen Supermächte Spaß haben wollten, nennen sie es Krieg, sie wollten ihre Kriege nicht auf ihrem eigenen Territorium ausfechten, sondern sie kommen in dieses Land, um alle ihre Kriege hier zu führen. Und so ist es nicht zufällig, dass Armaggedon hier lokalisiert wird, weil dieses Land nichts als ein Schlachtfeld für regionale Supermächte bis zum heutigen Tag ist. Das wird sich nicht ändern, nebenbei gesagt. Wenn Sie denken, dass wir das ändern können – ich fürchte, wir werden es nicht ändern können. Und darum liegt dieses Land – wenn Sie sorgfältig hinschauen – auf der Peripherie. Und alle regionalen Mächte versuchen, Einfluss in unserem Land zu gewinnen. Nun, dies ist ein Land auf der Peripherie. Dies ist der erste Punkt.

Und der zweite Punkt ist: Was bedeutet dies für die Völker dieses Landes?

Sie wissen, dass es keinen Spaß macht, auf einem Schlachtfeld zu leben.  Bei denen, die am Montag in unserem Zentrum dem Tanztheater beigewohnt haben, bin ich mir nicht sicher, ob sie alle verstanden haben, wovon der Tanz handelte. Er zeigte Palästinenser, die versuchen, ihr normales Leben zu führen – sich zu verlieben, zu heiraten, zu tanzen, ihren normalen Geschäften nachzugehen. Und jedes Mal wird ihr normales Leben durch irgendetwas unterbrochen: durch Schießen, durch dies und das. Und ich bin mir wirklich nicht sicher, ob Sie selbst sich in einen Palästinenser hineinversetzen können. Sie versuchen, wie unser Pemierminister gestern sagte, Sie versuchen, Ihr Land aufzubauen. Sie versuchen, Institutionen aufzubauen, Sie versuchen, Hoffnung zu wecken und dann beginnt der nächste Krieg und Sie haben nichts mit diesem Krieg zu tun. Es hat nur mit diesen großen Jungens um Sie herum zu tun, die spielen, und plötzlich finden Sie sich selbst auf dem Schlachtfeld wieder und Sie sind der Spielball der regionalen Mächte.

Können Sie alle diese Schläge nachfühlen, die das Volk dieses Landes immer und immer und immer und immer wieder bekommt? Es ist sehr hart, auf diesem Schlachtfeld unter dem Einfluss all dieser Supermächte leben zu müssen, die faktisch Ihr Leben bestimmen. Sie sind im Grunde genommen ein Nichts, verglichen mit all diesen Supermächten. So, das ist die Realität aller Völker dieses Landes. Noch einmal: diese (Völker) sind nicht Israel. Diese Erfahrung, über die ich rede, betrifft nur die Palästinenser, die dies verstehen, denn Israel repräsentiert Rom.

Der dritte Punkt: Gott. Wo ist Gott in all diesem? Sie wissen, Gott ist sehr sichtbar in Ägypten. Sie können dort die Pyramiden besichtigen. Er ist stark, sichtbar, Sie können ihn sehen. Sie gehen in den Iran: Gott ist sichtbar. Sie gehen nach Rom: Gott ist sichtbar. Sie gehen nach Athen: Gott ist sichtbar.

Er ist stark; er ist dort. Aber Gott ist in diesem Land völlig verborgen. Sie können ihn nicht sehen. Er hinterlässt nicht einmal eine Spur. Sogar sein Tempel wurde zerstört; sein Volk wurde ins Exil verschleppt, völlig unsichtbar, völlig schwach. Was ist also die wichtigste Frage, wenn Sie als Menschen in diesem Land leben? Die wichtigste Frage, und Sie hören sie jeden Tag aus den Mündern der Palästinenser: Gott, wo bist du? Du siehst diese Mauern, die rund um Bethlehem errichtet wurden? Du tust nichts? Gott, wo bist du? Du siehst all diese Siedlungen, die unser Land wegnehmen? Was tust du dagegen? Schweigen. Du siehst, dass unser Volk zerquetscht wird unter der militärischen Besatzung und du tust nichts dagegen! Du bewegst nicht einmal einen Finger. Wo bist du? Und tatsächlich handelt die gesamte Bibel vom Kapitel 1 der Genesis bis zur Offenbarung Kapitel 22 von dieser Frage: Wo bist du?  Nicht: Wo ist Gott, sondern: Gott, wo bist du? Es ist ein Kampf mit Gott. Gott, warum bist du so unsichtbar? Warum bist du so schwach? Warum tust du nichts dagegen?

In diesem Sinn wird das Thema dieser Konferenz auf den Punkt gebracht: “Christus am Checkpoint”. Wo ist Gott? Und, wie Sie wissen: die größte Offenbarung der Bibel, welche war das? Die größte Offenbarung war, dass Gott im Exil war. Gott war dort, als der Tempel zerstört wurde. Mitten in der Niederlage waren unsere Vorfahren in der Lage, Gott zu schauen. Er war genau dort, wo ihn niemand erwartet hätte. Er war nicht in Ägypten und er war nicht im Iran und er war nicht in Italien und er war nicht in Athen. Er war dort, auf dem Schlachtfeld. Und dies ist der Grund, warum es genau richtig ist, dass das Leben Jesu endet – wo? Am Kreuz. Dorthin gehört Gott. Er war dort, in der letzten Niederlage, als Menschen dachten: “Es ist vorbei.” Dort war Gott.

Und tatsächlich, glauben Sie es oder nicht, war Gott fähig, dies zu tun. Er war in der Lage, das geopolitische Szenario zu besiegen, denn, Sie wissen es, Bethlehem wäre ohne Jesus die langweiligste kleine Stadt, die wirklich niemand kennen würde. Jerusalem ist ohne Gott ein Nichts. Ich meine: Gehen Sie und schauen Sie die Archäologie an. Ohne Gott wäre Jerusalem vier Wohnstätten, arme Leute, nichts. Aber weil Gott sich in diesem Land offenbart hat, war es seine Weise, das gesamte geopolitische Szenario zu verwandeln. Und das ist der Grund, warum Jerusalem das Zentrum wurde. Wissen Sie, ohne Gott würden wir geradezu auf einem Schlachtfeld wohnen, aber weil Gott hierher kam, verwandelte er das Schlachtfeld in ein heiliges Land. Es ist eine gewaltige Verwandlung. Und ich spreche nicht über eine Theorie, ich spreche darüber, wie Menschen fühlen. Wer möchte auf einem Schlachtfeld leben?

Der vierte Punkt: Der Nächste. Wenn Sie in diesem Teil der Welt leben und wenn es wirklich wahr ist, dass dieses Land auf der Peripherie liegt und Sie immer unter dem Einfluss all dieser Supermächte sind – was passiert, wenn Ihr Nächster zum Feind wird? Warum? Weil er selbst eine Supermacht repräsentiert und Sie repräsentieren eine andere Supermacht und Sie beginnen einander zu hassen, weil sie diese Supermächte repräsentieren. Dies geschieht heute mit der Fatah und der Hamas. Hamas befindet sich unter dem Einfluss von zwei Supermächten im Norden, Iran und Syrien, Fatah befindet sich unter dem Einfluss von Ägypten im Süden – gespaltenes Land. Ihr Nächster wird zum Feind. Wir haben sogar Familien mit zwei Kindern, eins gehört der Fatah an, das andere der Hamas. Sie werden zu Feinden. Und deshalb ist die zweite wichtige Frage der gesamten Bibel: “Wo ist dein Nächster? Wer ist dein Nächster? Wo ist dein Bruder?” Und natürlich versucht die ganze Bibel auf diese Frage eine Antwort zu geben und die Antwort ist: “Dein Feind ist dein Nächster.” Dies ist ein neuer Blick auf die geopolitische Lage. Er ist nicht dein Feind. Vielleicht repräsentiert er eine andere Supermacht, aber faktisch ist er dein potentieller Nächster und dies ist tatsächlich ein neuer Blick auf die ganze Situation.

So, ich komme zum fünften Punkt: Ich überschreite meine Zeit. Die dritte wichtige Frage, mit der die Bibel zu tun hat, und dies ist der fünfte Punkt. Die dritte wichtige Frage ist die nach Befreiung: Wie befreien wir uns selbst? Wenn wir immer unter Besatzung leben – und glauben Sie mir: Sagen Sie mir, wann Palästina in den letzten 3000 Jahren nicht unter Besatzung gestanden hat?

Ich kenne keine Ära, in der Palästina nicht unter Besatzung gestanden hat. Es war immer besetzt. So, was ist der Weg zur Befreiung?

In der Bibel gibt es darauf fünf Antworten: Gary (Burge) hat über drei davon gestern Abend gesprochen, aber ich will sie aus einer palästinensischen Perspektive beleuchten.

Die erste Antwort ist, dass wir uns, wenn wir wirklich befreit werden wollen, an das Gesetz, die  Scharia halten müssen. Wir verbinden die Pharisäer mit einigen Gruppen in Israel heute, aber faktisch ist die Fortsetzung der Pharisäer die islamische Bruderschaft. Diese hat dort ihr Vorbild; sie wollen ein Land, das durch die Scharia regiert wird. Nur und nur dann,  wenn wir an Gottes Gesetz festhalten, werden wir befreit. Viel Glück. Unglücklicherweise sind viele Evangelikale so naiv, dass sie nach dieser Scharia rufen.

Die zweite Antwort ist offenkundig: Sie schlagen, wir schlagen zurück. So lehnen wir uns auf und das ist es im Grunde, wonach der Dschihad und andere Gruppen rufen.

Die dritte Antwort ist Anpassung: Wir können sie nicht schlagen, also spielen wir ihr Spiel mit.

Die vierte Antwort ist das Subunternehmertum: Das machen in der Bibel die Steuereinnehmer. Viele Palästinenser sind Subunternehmer bei israelischen Unternehmen.

Und die fünfte Antwort ist, Sie wissen welche? An dieser geopolitischen Lage können wir nichts ändern. Das kann nur der Messias. So lasst uns auf den Messias warten.

So sind die Menschen faktisch gespalten darüber, wie das Land befreit werden kann. Und Jesus kommt und was ist seine Antwort? Er gibt keine sechste Antwort. Sehr interessant. Es gibt keine sechste Antwort von Jesus. Was tut er? Er beruft eine Gemeinschaft, in der es Leute gibt mit dem Hintergrund der Pharisäer. Sie haben Menschen, die Zeloten waren, Menschen, die Zolleinnehmer waren. All diese Gruppen werden Teil einer neuen Gemeinschaft, weil all diese anderen Antworten Spaltung schaffen. Und Jesus kommt, um die Gemeinschaft vollständig zu machen, nicht um eine sechste spalterische Antwort zu geben. Indem er so eine Gemeinschaft schafft.

Der sechste Punkt: Das Königreich. Gary hat darüber geredet. Im Alten Testament wollten sie einen Staat wie alle anderen haben. Sie schauen auf diese fünf Supermächte und Sie sagen: “Wir möchten auch so eine.” Und es ist wahr: Die erste Frage, die die Jünger an Jesus nach der Auferstehung richten, ist? Herr, wann wirst du das Königreich wieder aufrichten? Als ob dieses Königreich irgendwann funktioniert hätte. Nennen Sie mir irgendeinen Staat in dieser Region, der wirklich funktioniert.

Ich meine, die Bibel sagt uns, dass all dies ein kompletter Fehlschlag war, ein totaler Fehlschlag und die Jünger, nach drei Jahren mit Jesus, keine andere Frage haben außer dieser. Es ist ein Desaster. Und was ist die Antwort Jesu? “Ihr werdet Kraft empfangen, wenn Ihr den Heiligen Geist empfangt und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, in Judäa, in Samaria und bis zu den Enden der Welt.” Was hat Jesus getan?

Er hat ein Königreich geschaffen. Die Vision, an die Sie denken, ist nur dieser winzige Staat.

Ich bitte Sie. Er ist kleiner als Delaware. Ist dies die Vision, über die Sie nachdenken? Lassen Sie mich die Vision darstellen, die ich im Sinn habe: Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, in Judäa und in Samaria. Nun erinnern Sie sich: Judäa und Samaria waren getrennt. Warum? Weil im Mittleren Osten alle Grenzen durch die Supermächte festgesetzt worden sind. Bis zu diesem Augenblick sind die Staaten Libanon, Palästina, Jordanien, Irak alle durch die Supermächte festgesetzt worden.

Sie diktieren die Grenzen und Jesus hat die Leute angewiesen, über diese Welt als über ein Land ohne Grenzen nachzudenken und wissen Sie was? Sie gehen zu all diesen fünf Supermächten und proklamieren ein anderes Königreich, mächtiger als irgendeines von denen. Sie sprechen über eine Vision. Damit beginnt eine Vision.

Und das letzte ist: Der Geist. Im Alten Testament soll es nicht geschehen durch Macht und Gewalt, sondern durch meinen Geist. Jesus ist tatsächlich gekommen, um diesem Land einen neuen Geist zu geben, der unterschieden ist von dem, den alle anderen Supermächte uns zu geben versuchen.

Und ich fühle, dass es der Geist ist, der in diesem Land auf dem Spiel steht. Welche Geisteshaltung werden wir in diesem Land haben? Welche Geisthaltung? Welche Kultur wird vorherrschen? Gerade jetzt sieht es nicht sehr gut aus, aber es geht überall um diesen Geist.

So, verstehen Sie, dass es wirklich unsere Vorfahren waren, die die Bibel geschrieben haben. Es waren unsere Vorfahren, denen die Offenbarung zuteil wurde und, glauben Sie es oder nicht, wenn Sie leben als Palästinenser und lesen die Bibel als Palästinenser, denken Sie, dass sie gerade erst gestern geschrieben worden ist, denn sie handelt nicht von spirituellen Themen dort oben. Sie handelt von realen Problemen dieser Region und sie gibt eine sehr interessante Antwort. Leider weiß Jerusalem 2000 Jahre später nichts davon, was Frieden schafft.

 

 

Quelle Englische Originalfassung:  http://www.christatthecheckpoint.com/lectures/Mitri_Raheb.pdf

 

Kommentar von Malcome F. Lowe : Palästinensischer Theologe“ demontiert „palästinensische Theologie“, 10. November 2011: 

http://www.audiatur-online.ch/2011/11/24/palaestinensischer-theologe-demontiert-palaestinensische-theologie/

 

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