Kirche und Israel - Neukirchener Theologische Zeitschrift

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Bücherschau :  Barbara Schmitz


Bodenheimer, Alfred, Haut ab! Die Juden in der Beschneidungsdebatte, Göttingen (Wallstein Verlag) 2012 (64 S., 12,90 €).

„Gegen die Bedenkenlosigkeit der Beschneidungsgegner, gegen die Sprachlosigkeit der Juden“ (S. 60) – dieses doppelte Ziel ist der Impetus für die kurze, essayartige Schrift des Baseler Professors für Religionsgeschichte und Literatur des Judentums. Ausgehend von einer Analyse der jüngsten Urteile gegen die Beschneidung analysiert Boden-heimer das Phänomen eines „Restran-gement“, ein Wiederfremdwerden der Juden – verbunden mit dem Phänomen, dass antijüdische Aussagen, verpackt unter dem Mantel medizinischer und juristischer Argumentation zum vermeintlichen Kindwohl, wieder salonfähig werden und im virtuellen Stammtisch des Internets vielfach Zustimmung ernten. Daher liegen – so Bodenheimer – das Urteil des Kölner Landgerichts und die sich daran anschließenden Stimmen gar nicht so weit entfernt von Morden an drei jüdischen Kindern und ihrem Lehrer in Toulouse.

Die Argumente der Beschneidungsgegner analysiert Bodenheimer unter den Stichworten Verstaatlichung, Kolonisierung und Projektion. Zugleich stellt er eine „argumentative Unbeholfenheit, eigentlich Fassungslosigkeit“ (S. 13) auf jüdischer Seite fest und erachtet viele der vorgebrachten Argumente für die Beschneidung als „nicht gut“ (S. 24). So arbeitet er als entscheidenden Impetus für die im jüdischen Selbstverständnis fest verankerte Praxis der Beschneidung den Aspekt der Differenz heraus (vgl. S. 36) und regt an, den in dieser Debatte häufig gebrauchten Begriff der Menschenwürde gerade in der Frage der Beschneidung in adäquater Weise zu Geltung zu bringen: in dem „Bedürfnis, Differenz zu markieren, ein Kollektiv zu bilden, Geschlechtlichkeit zu bestimmen“ und fordert „die Fähigkeit einer Gesellschaft, Differenzen zu ertragen, zu erkennen“ (S. 60). Eine Gesellschaft, „die die Grundlagen des Lebens der Minderheit nicht nur nicht mehr gewährleistet, sondern es sich zum Ziel macht, sie vom Glauben an das Gegenteil ihrer Grundlagen zu überzeugen, kann weiter schwerlich Ort für gelingendes jüdisches Leben sein“ (S. 59).

Vor diesem Hintergrund erhält der Titel „Haut ab!“ seine leider plausible und zugleich erschreckende Doppeldeutigkeit.


Idel, Moshe, Alte Welten Neue Bilder. Jüdische Mystik und die Gedankenwelt des 20. Jahrhunderts. Aus dem Englischen von Eva-Maria Thimme unter Mitarbeit von Sophia Fock, Berlin (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag) 2012 (463 S., 34,95 €).

Der Rückspiegel bei einer Autofahrt zeigt die Gegend, durch die man gefahren ist, beschränkt und verzerrt zugleich diese aber auch unvermeidlich – das ist das Bild, mit dem Moshe Idel einsteigt, um verschiedene jüdische Denker vorzustellen, die im 20. Jh. Theorien zum Judentum und zur jüdischen Mystik entwickelt haben: Arnaldo Momigliano, Eric Voegelin und George Steiner kommen dabei ebenso in den Blick wie Franz Rosenzweig und Martin Buber. Einen breiten Platz nimmt die Auseinandersetzung Idels mit Gershom Scholem ein. Es geht ihm darum, die Verschiedenartigkeit ihres Blicks darzustellen und zu zeigen, wie sich ihre gegenseitige Beeinflussung und Abgrenzung auf das jeweils entwickelte Bild jüdischer Mystik ausgewirkt hat.

Besonders interessant sind dabei die Kapitel zu Paul Celan und zu Jacques Derrida, deren Bezüge zu mystischem Gedankengut aufzeigt werden. Derrida habe – so Idel – über Scholems Aufsatz „der Name Gottes“ den Gedanken „denn die Tora ist nicht außerhalb von Ihm, wenig wie Er außerhalb der Tora ist“ aus dem Sefer ha-Yihud (Kastilien des 13. Jh.) kennengelernt, das in französischer, eher freier Übersetzung „il n’est Lui-même en dehors de la Torah“ laute. Es habe wahrscheinlich Derrida zu seinem zentralen Gedanken „Il n’y a rien hors du texte“ („Ein Text-Äußeres gibt es nicht“) inspiriert.

Ähnlich zieht Idel eine Linie ausgehend von dem Gedanken des R. Levi aus Berditschev, dass es nicht nur schwarze Buchstaben gebe, sondern dass das Weiße, die Spatien, Buchstaben darstellen würden, die wir nur nicht zu lesen verstehen, über Gershom Scholem bis zu Umberto Eco und Derrida. So werden in diesem, mitunter komplex zu lesenden Band nicht nur „alte Welten“ vorgestellt, sondern auch gezeigt, wie diese zu „neuen Spiegelbildern“ (so der Originaltitel: „new Mirrors“) werden, die Vergangene sichtbar machen und dabei so erhellend wie verzerrend sind.


Ulrich-Eschemann, Karin, Christliche Verkündigung mit Israel. 20 Gottesdienste im Kirchenjahr (DaW 149), Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2012 (191 S., 17,99 €).

„In den Jahren […] ist mir bei meiner Predigttätigkeit zunehmend bewusst geworden, dass es schwierig ist, richtig und gut über Israel und die Kirche und die Beziehung beider zueinander zu predigen“ (S. 7). Aus der Wahrnehmung dieser Schwierigkeit hat Ulrich-Eschemann 20 Predigten publiziert – nicht nur für den Israel-Sonntag, sondern auch zu anderen wichtigen Texten, die das Thema in den Blick nehmen. Nach einer hermeneutisch-homiletischen Grundlegung zur Frage, wie über Kirche und Israel predigen, finden sich in 20 Sektionen Vorschläge für die Gestaltung des Gottesdienstes mit Liedvorschlägen aus dem Evangelischen Gesangbuch, einem Gebet, der Predigt und Fürbitten. Getragen sind diese Vorschläge von der Überzeugung: „Wenn wir Christen daran [= an dem eigenen Erlösungswegs Israels] festhalten, dann nehmen wir die Erwählung zum Volk Gottes und die Juden als Volk Gottes ernst“ (S. 17).


Die Septuaginta und das frühe Christentum, hg. von Thomas S. Caulley u. Hermann Lichtenberger (WUNT I   277), Tübingen (Mohr Siebeck) 2011 (451 S., 129,00 €).

Auch wenn der Band „die Septuaginta und das frühe Christentum“ heißt, so wird doch nicht nur das Christentum, sondern vielmehr das vielgestaltige antike Judentum beleuchtet. Fokus und Ausgangspunkt bildet dabei die Septuaginta. Die 20 Aufsätze der in Tübingen 2009 gehaltenen Tagung nehmen zuerst die Septuaginta als Übersetzung in den Blick, fragen sodann nach der Septuaginta als Interpretation des biblischen Textes, um dann mit den Apokryphen, dem Neuen Testament sowie dem frühen Christentum drei Rezeptionsfelder der Septuaginta zu beleuchten.


Martin Buber Werkausgabe:. Schriften zur Bibelübersetzung, herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Ran HaCohen (MBW 14), Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2012 (363 S., 118,00 €).

Die Schriften zur Bibelübersetzung sind in dem 14. Band der Werkausgabe der Schriften Martin Bubers nun nicht nur zusammengestellt und publiziert worden, sondern auch jeweils mit einer editorischen Notiz versehen und kommentiert worden. Stellen-, Sach- und Personenregister ermöglichen ebenso sehr einen schnellen Zugriff wie Indices hebräischer Worte. Bubers bekannte Aufsätze wie „Über die Wortwahl in einer Verdeutschung der Schrift“, „Zur Verdeutschung der Preisungen“, „Leitwortstil in der Erzählung des Pentateuch“ u.a. in einem kritisch edierten Band zur Verfügung zu haben, ist in der Tat ein Gewinn.


Albertz, Rainer, Exodus, Band I: Ex 1-18 (Züricher Bibelkommentare AT 2.1), Zürich (Theologischer Verlag Zürich) 2012 (319 S., 41,50 €).

Das Buch Exodus ist die Gründungserzählung Israels, aber auch des Christentums bis heute: Die unwahrscheinliche Rettung aus unmenschlicher Unterdrückung und die darauf folgende einzigartige Beziehung zwischen JHWH und Israel bilden die Basis für das Gottes- und Selbstverständnis.

Rainer Albertz hat einen neuen Kommentar zu diesem zentralen biblischen Buch vorgelegt: In allgemein verständlicher Weise und lesbar ohne Hebräischkenntnisse legt Albertz seine Sicht auf das Buch Exodus dar. Dabei geht er von dem uns heute vorliegenden Text in seiner Endgestalt aus, bettet diesen aber in ein von ihm neu entwickeltes Entstehungsmodell des Buches Exodus ein, das er dann in seiner Kommentierung durchführt. Insgesamt acht Bearbeitungen bzw. Redaktionen weist Albertz aus, die er in der Textpräsentation in verschiedenen Spalten darstellt und so transparent macht. Die Kommentierung selbst ist von vielen Exkursen durchzogen, die die Leser knapp und zuverlässig über einzelne Themen informieren (z.B. Begriff „Hebräer“, Entstehung des Sabbat oder die Geschichte der Beschneidung). Neben der Darstellung seines Entstehungsmodells ist auch das Kapitel zu den historischen Hintergründen des Exodusereignisses aufschlussreich.


Lewin, Waldtraut, Leo Baeck. Geschichte eines deutschen Juden. Eine Romanbiografie, Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2012 (318 S., 19,99 €).

Waldtraut Lewin zeichnet die Lebensgeschichte von Leo Baeck, einem der bedeutendsten, vielleicht sogar dem wichtigsten Vertreter des liberalen Judentums in der ersten Hälfte des 20. Jh. in Deutschland nach. In Form einer „Romanbiographie“ wird in verschiedenen, nicht chronologisch angeordneten Sequenzen Baecks Lebenswegs erzählt. Diese sind mal sachlich informierend, mal literarisch erzählend und ausgestaltend gehalten. Wer unter dem Vorzeichen „Roman“ die Figur Leo Baeck kennen lernen möchte, wird hier eine gut zu lesende Annäherung finden.


Wälchli, Stefan H., Gottes Zorn in den Psalmen. Eine Studie zur Rede vom Zorn Gottes in den Psalmen im Kontext des Alten Testamentes und des Alten Orients (OBO 244), Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2012 (191 S., 54,99 €).

Der Zorn Gottes ist für viele Zeitgenossen nicht nur eine befremdliche Redeweise von Gott und Grund genug, sich von diesem Gott abzuwenden, sondern dient oftmals auch dazu, den vermeintlichen Kontrast zwischen dem ‚bösen’ Gott des Alten Testaments und dem ‚liebenden’ Vater des Neuen Testaments zu begründen – und dies führt dann meist zu einer Abwertung des Judentums. Umso wichtiger ist es, diese Position an den Texten des Alten Testaments zu überprüfen und – wie in diesem Fall – als Vorurteil zu entlarven.

Stefan Wälchi hat sich dieser Aufgabe für die Psalmen, der drittgrößten Gruppe, in der sich die Rede vom Zorn Gottes findet, gewidmet. Nach einer ausführlichen Forschungsgeschichte analysiert er 27 Psalmen mit Blick auf das Motiv vom Zorn Gottes und kommt zu folgendem Schluss: „Letztlich zeigen sich im Psalter drei Grundtypen der Rede vom Zorn, indem ein erster Typ Leiden als Zorneserfahrung benennt, deren Grund nicht bekannt ist, ein verwandter zweiter Typ Leiden als Zorneserfahrung aufgrund einer Schuld deutet, und ein dritter Typ den Zorn jhwhs zur Rettung vor Feinden anruft und damit das richterliche Eingreifen Gottes in eine als ungerecht empfundene Situation erwartet“ (S. 96). So profiliert Wälchli in seiner mit 150 Seiten erfreulich kurzen Habilitationsschrift die Rede vom Zorn Gottes unter dem Aspekt seiner Gerechtigkeit und insofern als Ausdruck der Hoffnung, dass vom gerechten Gott rettendes Eingreifen erhofft werden kann.


Stegemann, Ekkehard W., Der Römerbrief: Brennpunkte der Rezeption. Aufsätze. Ausgewählt und herausgegeben von Christina Tuor und Peter Wick, Zürich (Theologischer Verlag Zürich) 2012 (281 S., 29,20 €).

Zwei Gedanken durchziehen dabei die Aufsätze Stegemanns und bilden das Fundament seiner Paulusinterpretation: Dies ist zum einen die Annahme eines apokalyptischen Wirklichkeitsverständnisses bei Paulus, demzufolge die Welt, wie sie ist, einer Erlösung bedarf; als Verwandlung am Menschen setzt diese denn mit Jesus Christus bereits ein. Zum anderen, und damit verbunden, hebt Stegemann die besondere Rolle Israels in der paulinischen Entfaltung der rettenden Wirkung von Jesu Sendung hervor: Auch wenn die Rettung Juden wie Heiden gleichermaßen gilt und sie eschatologisch gleichstellt, bleibt – so Stegemann – die theologisch höchst bedeutsame Differenz: Das Heil gilt bleibend den Juden zuerst (Röm 1,16). Darin unterscheidet sich Stegemann von gängigen Mustern früherer wie gegenwärtiger Paulusinterpretationen.

Erhellend ist zudem sein Aufsatz „Wieder einmal Unbehagen am Monotheismus“, in dem Stegemann aufzeigt und zugleich in Frage stellt, dass nach der These Assmanns u.a. der Monotheismus Judenfeindschaft und Antisemitismus als anti-monotheistische Gegenreaktion bedinge – eine treffsichere wie unbehagliche Analyse!


Fischer, Heinz-Joachim, Päpste und Juden. Die Wende unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI., Münster (LIT Verlag) 2012 (275 S., 34,90 €).

Heinz-Joachim Fischer zeichnet in diesem Buch den Weg nach, den die katholische Kirche in ihrer Verhältnisbestimmung zum Judentum im 20. Jh. beschritten hat. Fischer, der von 1978 bis 2009 Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Rom war, nimmt dabei oftmals einen persönlichen Blickwinkel ein, der sich nicht nur aus seiner journalistischen Arbeit in seinen römischen Jahren, sondern auch aus Kindheitserinnerung etc. speist. Der Blick auf das Papsttum des 20. Jh. ist dabei durchgehend geprägt von der These, dass die Entwicklungen sowohl unter Johannes Paul II. als auch unter Benedikt XVI. gleichermaßen als „Wende“ zu verstehen sind.


Bedenbender, Andreas (Hg.), JUDÄÖ-CHRISTENTUM. Die gemeinsame Wurzel von rabbinischem Judentum und früher Kirche, Leipzig (Evangelische Verlagsanstalt) 2012 (196 S., 24,90 €).

Dieser Band vereinigt acht Beiträge der Internationalen Sommerakademie im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifwald im August 2009, die dem von Daniel Boyarin vorgeschlagenen Modell des Judäo-Christentums gewidmet war. Albert I. Baumgarten, Andreas Bedenbender, Folker Siegert, Daniel Boyarin und Gesine Palmer diskutieren in ihren verschiedenen Beiträgen das spezifische, von Boyarin in die Diskussion gebrachte Kontinuitätsmodell mit Blick auf neutestamentliche, patristische und rabbinische Quellen.


Murtaza, Muhammad Sameer, Islamische Philosophie und die Gegenwartsprobleme der Muslime. Reflexionen zu dem Philosophen Jamal Al-Din Al-Afghani, Tübingen (Verlag Hans Schiler) 2012 (336 S., 34,00 €).

Muhammad Sameer Murtaza, in Deutschland geborener Pakistani, gibt anhand des muslimischen Philosophen und Reformdenkers Jamal Al-Din Al-Afghani (1838-1897) eine Einführung in islamische Philosophie: „Sicherlich will es keine auf die Vergangenheit fixierte Darstellung und gleichermaßen keine konformistische Anpassungslektüre sein. Sondern es will ernsthaft aus dem Blickwinkel der islamischen Philosophie eine sachgemäße und zeitgemäße Einführung in den Islam sein und zugleich mitten in der Krise dieser Weltreligion Lösungsvorschläge zur Disputation stellen“ (12). Nach einer Orientierung werden Philosophie, Politik, Religion und Weltethos aus islamischer Sicht nach Jamal Al-Din Al-Afghani vorgestellt.


Baltrusch, Ernst, Herodes. König im Heiligen Land. Eine Biographie, München (C.H. Beck Verlag) 2012 (448 S., 26,95 €).

Kindermörder von Bethlehem und rücksichtloser Mörder selbst innerhalb der eigenen Familie – Herodes hat nicht gerade ein gutes ‚Image’.

Dass sich ein erneuter Blick auf diese schillernde Persönlichkeit mitten in einer Umbruchszeit, die nicht nur den Vorderen Orient erfasste, lohnt, zeigt der in Berlin lehrende Althistoriker Ernst Baltrusch. Er eröffnet einen Zugang über die vielen Gesichter des Herodes: Herodes war Idumäer der Herkunft nach, jüdischer Religionszugehörigkeit, hellenistisch sozialisiert, besaß römisches Bürgerrecht, herrschte – von Roms Gnaden – über Palästina und war nicht zuletzt Familienvater. Diese unterschiedlichen und vielgestaltigen Identitäten ermöglichen ein Verständnis der Person Herodes, der sich dieser Identitäten bediente und sie gestaltend einsetzte.

Von diesem Verständnis der Person Herodes leitet Baltrusch zugleich den Aufbau seines Buches ab: Statt einer chronologisch aufgebauten Biographie schildert Baltrusch Herodes anhand dieses Systems unterschiedlicher Identitäten. Ergänzend fügt er ein Kapitel über die letzten (Krisen)Jahre hinzu und widmet einen zweiten Teil dem politischen Erbe von Herodes sowie seiner Rezeptionsgeschichte.

Statt des Kindermörders von Bethlehem lernt man hier einen Herrscher kennen, der auf der Seite der jeweils Mächtigen das konfliktfreudige, multiethnische wie multireligiöse Gebiet 36 Jahre zusammenhielt, der große Bauprojekte voranbrachte (monumentale Neugestaltung des Tempels in Jerusalem, Städtebauten wie Caesarea Maritima, umfangreiche Festungsbauten) und dessen Lebensende von dramatischen Krisen und brutalen Entscheidungen geprägt war. Alle diese Facetten zusammengenommen gesteht Baltrusch Herodes aber zu, was zum Bild des Kindermörders so gar nicht passt – nämlich den Beinamen „der Große“.

 

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