Kirche und Israel - Neukirchener Theologische Zeitschrift

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Editorische Bemerkung: Wir dokumentieren hier das Mission Statement (Leitbild) der Protestant Consultation on Israel and the Middle East (PCIME) und die Jerusalem Declaration dieser internationalen protestantischen Gruppe. Quelle: http://www.pcime.org/Declaration.aspx

 


Mission Statement der PCIME

The Protestant Consultation on Israel and the Middle East (PCIME) – Die protestantische Konsultation über Israel und den Nahen Osten (PCIME) ist eine Gruppe von christlichen Geistlichen, Intellektuellen und Aktivisten aus Europa, Nordamerika und Afrika, die sich verpflichtet wissen, zum Staat Israel und dem jüdischen Volk zu stehen und verfolgte Christen und andere Minderheiten im Nahen Osten zu unterstützen. PCIME wurde im November 2012 in Jerusalem im Anschluss an die Veröffentlichung der „Abschlusserklärung zur Haltung großer protestantischer Kirchen gegenüber dem Staat Israel“ ("Statement on the Mainline Protestant Churches and the State of Israel") gegründet. PCIME weiß sich einer verantwortungsvollen, unvoreingenommenen Sicht auf den Nahen Osten verpflichtet. Wir vertreten die schweigende Mehrheit, die keine anti-israelischen Positionen vertritt und die klaren anti-israelischen Aktivitäten kirchlicher Amtsträger und Aktivisten im Namen des Christentums ablehnt. Wir widersprechen entschieden den Bemühungen, Israel zu delegitimieren und unterstützen die unterdrückten Minderheiten im Nahen Osten. Wir glauben, dass Gott zu seinem Bund mit den Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs  steht. Gott wollte sie  segnen und durch sie auch andere zu segnen. Wir lehnen die „Substitutions-Theologie“ ab, die behauptet, Israel habe keinen Platz mehr Gottes Plan. Unsere Liebe zu Israel steht nicht im Widerspruch zu unserer Liebe zu anderen Völkern in der Region, einschließlich der Palästinenser. Sie alle haben einen Platz in Gottes Herzen. Wir sind überzeugt, dass es möglich ist, Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen und dabei die Rechte und Bedürfnisse aller Völker dieser Gegend zu achten und zu wahren.

Abschlusserklärung der Tagung in Jerusalem
vom 5. – 8. November 2012 zur Haltung großer
Protestantischer Kirchen gegenüber dem Staat Israel

Wir gehören zu verschiedenen Kirchen in Europa, Nord Amerika und Afrika. Wir sind nach Jerusalem gekommen, um unserer gemeinsamen Sorge über den Zustand der Beziehungen zwischen unseren Kirchen und Israel Ausdruck zu verleihen. Wir bekräftigen unsere Liebe zu Israel. Wir glauben, dass Gott zu seinem Bund mit den Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs steht. Gott wollte sie segnen und durch sie auch andere segnen. Wir lehnen die „Substitutionstheologie” ab, die behauptet, Israel habe keinen Platz mehr in Gottes Plan.

Wir sehen im modernen Staat Israel ein Zeichen der Hoffnung. In einer Region, die lange von starren Autokraten beherrscht wurde, sticht Israel hervor als stabile, pluralistische Mehrparteiendemokratie. Israels Bürger dürfen frei Fehler und Schwächen ihrer Regierungen kritisieren, und es gibt Mechanismen, um solche Fehler zu korrigieren. In unserer Gruppe haben wir miterlebt, wie offen Israelis über Klugheit oder Unklugheit von Regierungsentscheidungen diskutieren. Die Neigung zur Selbstkritik ist ein Erbe prophetischer Traditionen, die Juden und Christen verbindet.

Unsere Liebe zu Israel steht nicht im Widerspruch zu unserer Liebe zu anderen Völkern in der Region, einschließlich der Palästinenser. Sie alle haben einen Platz in Gottes Herzen. Wir sind überzeugt, dass es möglich ist, Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen und dabei die Rechte und Bedürfnisse aller Völker dieser Gegend zu achten und zu wahren.

Uns bedrückt zutiefst die Art und Weise, wie bestimmte offizielle europäische und nordamerikanische Kirchenvertreter die israelisch-palästinensischen Auseinandersetzungen erörtern, als ginge es um ein Nullsummenspiel. Sie lassen sich in die internationale Kampagne einspannen, die vorgibt, den Palästinensern zu helfen, indem sie Israel delegitimiert. Sie fördern  auch die radikale “Kairos-Palästina”-Gruppe, die von allen am Konflikt beteiligten Parteien einzig Israel verurteilt und eine „Ein-Staaten-Lösung” befürwortet. Allein Israel wird zum Ziel von Boykott, von Ausgrenzung und Sanktionen gemacht. Diese Sicht- und Handlungsweise ist ungerecht und der Sache des Friedens nicht dienlich.

Ob beabsichtigt oder nicht, diese Strategie bestärkt diejenigen Kräfte, die sich geschworen haben, Israel zu vernichten – Kräfte, die täglich israelische Zivilisten mit Raketen angreifen. Wir fürchten, dass diese Haltung nicht durch christliche Nächstenliebe bestimmt ist, sondern eher durch das Gegenteil. Wir bitten die eifrigen Verfechter solcher Strategien, ihr Gewissen in diese Richtung zu erforschen.

Wir betrachten inzwischen die Feindseligkeit gegenüber Israel im Rahmen eines größeren Zusammenhangs. Die Kräfte, die die Existenz eines israelischen Staates nicht dulden wollen, treten mit derselben intoleranten Schärfe auch gegenüber anderen religiösen und ethnischen Minderheiten im Nahen Osten auf. Wir haben unter anderem Berichte koptischer Christen aus Ägypten und assyrischer Christen aus dem Irak gehört, die von ihren Leiden unter aggressiven islamistischen Bewegungen erzählten. Im Gegensatz dazu haben uns hochrangige und glaubwürdige Kirchenvertreter in Jerusalem versichert, dass die christlichen Bürger Israels trotz gelegentlicher Reibungen mit einigen ihrer Nachbarn alle Bürgerrechte und einen guten Lebensstandard genießen. Die Zukunft der 2000 Jahre alten christlichen Gemeinden und die Zukunft des Pluralismus stehen heute im Nahen Osten auf dem Spiel. Wir können es uns nicht leisten, unsere Augen vor den größeren Zusammenhängen zu verschließen, in denen die Konflikte um Israel zu sehen sind. Wir stehen aus voller Überzeugung hinter Israel und dem jüdischen Volk – genau wie wir hinter den verfolgten Christen und  anderen Minderheiten der Region stehen. Wir sind den christlichen Würdenträgern dankbar, dass sie uns empfangen haben und werden sie und ihre Gemeinschaften in unsere Gebete einschließen.

 

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